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0 Autor: steffen eisentraut

City And Colour - Bring Me Your Love

Bring Me Your Love
  • VÖ: 07.03.2008
  • Label: Vagrant/PIAS/Rough Trade
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 180

Zweites Album vom Mann mit der Engelsstimme. Betörend schön und entwaffnend intim.

Dallas Green, hauptamtlich softe Stimme und Gitarrist von Alexisonfire, hat mit seinem akustischen Soloprojekt einen Nerv getroffen. Nicht den der Zeit, der uns in den letzten Monaten haufenweise harte Typen aus Hardcore und Punkrock bescherte, die ihre weiche Seite nach außen kehrten. Nein, das Revival des Singer/Songwritertums in Punkkreisen ist seit Graffin, Ragan, Schreifels & Co. keine Neuheit mehr. Green hat einen anderen Nerv getroffen. Den seiner heimlichen Fans. Den derer, die auf Alexisonfire-Konzerten zwar alles abfeiern, was die Band von sich gibt, in Wahrheit aber nur diesen ein, zwei Stellen pro Lied entgegenfiebern, bei denen Green eine seiner Zaubermelodien singt. Davon gibt es nun zwei ganze Alben. Schon mit dem Debüt "Sometimes" wurden aus vielen heimlichen Fans noch mehr bekennende, was Platinstatus im heimatlichen Kanada bedeutete. Auch "Bring Me Your Love" lebt vom Gefühl dieser unvergleichlichen Stimme. Aus jedem Ton strahlt Wärme und die Zuversicht, dass am Ende doch alles gut wird. Wie im countryesken "The Death Of Me", einer selbstironischen Parodie auf den Suff. Oder beim traurig dahinschmachtenden "Waiting...", in dem man sich trotz aller Melancholie geborgen fühlt. Ein paar simple Akkorde, sachte angeschlagen, dazu ein dezenter Schlagzeugbeat und wenige versprengte Pianonoten – mehr braucht Green nicht. So unmittelbar berührt Musik selten.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 10.0/12

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