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0 Autor: jan schwarzkamp

Danava - Unonou

Unonou

Echter geht’s nicht. Es ist unheimlich, wie sehr 70er eine Band sein kann. Nebenbei schreiben Danava die aufregendsten Songs zwischen Prog und Psychedelic seit Langem.

Alles an Danava ist authentisch. Das Video zur Single "Where Beauty And Terror Dance" sieht aus wie eine Mischung aus WDR-Beatclub und Dario-Argento-Horror. Es gibt kaum Bandfotos von Danava, auf denen sie nicht oben ohne, bärtig, mit Schlaghosen – schlichtweg: völlig gegenwartsfern zu sehen sind. Und das Artwork von "Unonou" gleicht der Früh-70er-Zukunftsfantasie eines Sci-Fi-Comiczeichners. Bei Danava (der Name ist abgeleitet von einem vedischen Kult) passt einfach alles zusammen. Da erstaunt auch die Musik nicht weiter. Neu ist das nicht. Tatsächlich sogar völlig angestaubt und "unterproduziert". Was die retroverliebten vier aus Portland jedoch vom Gros der Erbverwalter abhebt, sind ihre ungewöhnlichen Bezugspunkte. Klar, Sabbath, Zeppelin und Purple haben sie gehört. Viel wichtiger dürfte ihnen aber der psychedelische Spacerock von Hawkwind sein. Das belegen die rauschhafte Atmosphäre und enorme Länge der sieben Songs. Ganz bestimmt besitzt Frontmann Dusty Sparkles (sic!) auch die eine oder andere Platte der ganz frühen Rush, deren progressiver Sound sich in manch vertrackter Idee niederschlägt. Mit Sicherheit haben Danava auch das experimentelle Erbgut diverser Krautrocker aufgesogen. Die eigentümlich klingenden Synthesizer sprechen da für sich, erinnern an die mäandernden Elektro-Sounds von Harmonia oder Neu!. Eine anspruchsvolle, berauschende Abfahrt ist das. Wahrscheinlich halten sich die Freaks an das legendäre Credo der Spacemen 3: "Taking Drugs To Make Music To Take Drugs To". Wohl bekomm’s.

Bewertung: 9/12

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