Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Britta Helm

Rilo Kiley - Under the Blacklight

Under the Blacklight

Neuerfindung unter der Diskokugel: Rilo Kiley sind jetzt abenteuerlich tanzbar, und das ist trauriger als geplant.

Dass man sich an Bands erst wieder gewöhnen muss, ist halt manchmal so. Das kann daneben gehen, siehe Dover, oder letztlich doch klappen, siehe The Robocop Kraus, dann sagt man je nachdem leise Servus oder laut Hallo! und fertig. Nur so wie bei Rilo Kiley sollte es nicht laufen. Von denen durfte man nach dem letzten gemeinsamen Album "More Adventurous", Jenny Lewis‘ grandiosem Solotrip in Gospel, Country und Soul und Blake Sennetts immerhin noch hübschem Ausflug mit Zweitband The Elected mit jedem Recht alles Indiemenschenmögliche erwarten. Erfüllen können sie das nicht. Natürlich hat Lewis immer noch eine der schönsten Popstimmen unterm Sternenzelt, doch macht die nur halb so viel Gänsehaut, wenn sie sich ständig in den Kopf verirrt, während unten die Keyboards Stimmung machen. Statt sich mit den Schokoladenseiten ihres "Rabbit Fur Coat" zu schmücken, hat sich die Sängerin aus ihrer Zeit mit den Watson Twins eine merkwürdig halbherzige Landeiigkeit bewahrt, mit der sie romantisch-abgeklärte Zeilen ins unfreundliche Schwarzlicht schiebt. "15" ist die eine akzeptable Country-Ballade, der Rest steht in Cowboyhut und Chaps auf der Tanzfläche und versucht, die coolen Kids anzumachen. Mit den Dixie Chicks kann man besser feiern. Die verzichten auf peinliche Latino-Nummern wie "Dejalo" und lassen den 80er-Disco-Fummel zu Hause, wenn er nicht mehr passt. Ihre okayen WDR2-Stücke haben Rilo Kiley immer noch, doch statt brillanter kleiner Verschrobenheiten gibt es daneben nur noch schrecklich bemühte Tanzbarkeit. Ohne Beats und Keyboards könnte das bei Tageslicht gar nicht so übel sein, aber man ist eben Besseres gewohnt.

Bewertung: 6/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.