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0 Autor: Jens Mayer

The Draft - In A Million Pieces

In A Million Pieces
  • VÖ: 08.09.2006
  • Label: Epitaph / SPV
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 163 - Schönheit der Ausgabe

Drei Viertel der alten Besetzung von Hot Water Music machen die Platte, die man sich schon nach "Caution" gewünscht hätte. Ein neuer Anfang mit den vertrauten Stärken.

Auch als großer Hot Water Music-Fan muss man es im Nachhinein eingestehen: "The New What Next" war wirklich nicht der große Wurf, klang stellenweise unausgegoren und hatte wenige der großartigen Momente, für die man diese Band so sehr liebt. So müsste man die Trennung vielleicht – so schwer es fallen mag – als richtigen Schritt ansehen. Chuck Ragan macht mit Akustikgitarre und Mundharmonika alleine weiter, während die verbliebenen Mitglieder Jason Black, George Rebelo und Chris Wollard ergänzt durch Todd "Wonderboy" Rockhill an der zweiten Gitarre das Banderbe als The Draft weiterführen. Das dürfte zumindest diejenigen erfreuen, die die Entwicklung von Hot Water Music nach "No Divison" verkraftet oder begrüßt haben: weg vom sympathisch-spröden Rumpelsound der Anfangstage, hin zu Melodie, Geschlossenheit und neuen herrlichen Punkrock-Hymnen. "Caution" stellte dabei den Höhepunkt dar, und genau hier knüpft "In A Million Pieces" an. "And that's what I like about it/ It's not so complicated if you go right through", singt Chris Wollard, von nun an alleiniger Frontmann, sofort zu Beginn in "New Eyes Open", und ja, besser könnte man es in Bezug auf das Debüt nicht beschreiben – es ist doch ganz einfach, unsere Herzen zu erobern. Das Album klingt unverkrampft, aus dem Bauch heraus, einfach so, wie man sich das von den vieren aus Gainesville wünscht. Das heißt nicht, dass hier eine vollkommene 1:1-Übersetzung oder Selbstkopie vorliegt; Modifikationen der Ausrichtung sind durchaus auszumachen. Der Sound von The Draft mag dabei noch ein wenig poppiger (Songwriting, Produktion, Gesang) ausfallen, als man es zuletzt ohnehin schon gewohnt war, Chuck Ragans Anwesenheit und Zweitstimme darf natürlich vermisst werden. Und klar, an die Klassiker von früher kommt man auf Albumlänge noch nicht ran. Aber das Gefühl stimmt, und die Geschichtsschreibung der Band steht schließlich noch am Anfang. Eines ist jedenfalls schon mal sicher: The Draft sind das Beste, was uns nach dem Ende von Hot Water Music passieren konnte.

Leserbewertung: 10.0/12

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