Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Jan Bauckhorn

Mission Of Burma - The Obliterati

The Obliterati

Auch das zweite Album nach dem Comeback sitzt mindestens so messerscharf wie das erste. Bostons Legende atmet frische Luft.

So schnell nachzulegen, nachdem man sich 22 Jahre diskret versteckt hat, ist nicht immer eine gute Idee. Andererseits waren Mission Of Burma auch nie wie andere Bands, insofern darf mit anderen Maßstäben gemessen werden. Denn wo bei anderen das Comeback-Album meist nur als Passierschein für endloses Touren bis zur Rockerrente legitimiert, war "OnOffOn" ein klares Signal, dass die Protocoreler noch einiges zu sagen hatten. "The Obliterati" setzt noch einen drauf. Nicht nur, dass die alten Herren um Roger Miller um einiges aggressiver zur Sache gehen – gerade Songs wie das atmosphärische "13" und "Period" sorgen dafür, dass man nicht eine Sekunde das Gefühl hat, einer nostalgischen Nabelschau beizuwohnen, auch wenn Mission Of Burma ihre eigene Handschrift nicht verleugnen können oder müssten. Die Band hat ihr Handwerk selbst definiert und eine Form eruptiver Dynamik und emotionaler Klangsprache entwickelt, die nicht nur Fugazi und Sonic Youth in entscheidendem Maße beeinflusst hat. Leider wurden sie viel zu lange als Geheimtipp unter Musikern abgehandelt. Ob sich das auf ihre alten Tage noch ändern wird, ist fraglich.

Bewertung: 9/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.