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0 Autor: Nils Klein

The Real McKenzies - 10.000 Shots

10.000 Shots

Die RealMcKenzies fahren ihr Konzept des alkoholgetränkten Dudelsack-Punkrocks vor die Wand. Was bleibt, ist Katerstimmung pur.

Statt Strukturreformen anzugehen, gibt man sich auch im Punkrock gerne erzkonservativ. Was funktioniert hat, muss auch weiterhin funktionieren. An diesen binsenweisen Strohhalm klammern sich die RealMcKenzies auch auf Album Nummer vier: im Baukastenschema werden traditionelle Volksweisen mit Punkrock á la Bad Religion in die Klischeeform gepresst: zeitweise das Tempo anziehen, dann den Blick wieder auf die Promilleobergrenze richten. Der Soundtrack zum nächsten Sauf-Gelage muss schließlich am Leben gehalten werden. Nur: Die Zeiten sind andere. Der Kuriositätenbonus dank des Dudelsackeinsatzes ist längst verbraucht – woran die Kollegen Dropkick Murphys und Flogging Molly nicht ganz unschuldig sind. Und tonnenschwer wiegen die handwerklichen Fehler: Grausam schleimt sich eine Produktion in des Hörers Ohr, die nicht im Entferntesten nach feucht-fröhlicher Party im dreckigen Pub klingt – sondern vielmehr nach alkholfreiem Diät-Bier auf der Designercouch. Keine Ecken, keine Kanten – Möchtegern-Hochglanz allerorten. Der Gnadenstoß für das Selbstverständnis einer Band, der man, angesichts – vielleicht noch so ironisch intendierter – Textzeilen wie: "I hate my band they are what I am / They're filthy deceitful from fire to pan / And when I look back on what they've done to my life / They've cost me my dog, my job and my wife." ("I Hate My Band”), nur die eine Lösung ans Herz legen möchte: einfach aufhören. Aus diesem Dudelsack ist die Luft raus.

Bewertung: 4/12
Leserbewertung: 8.0/12

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