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0 Autor: Jörg Staude

Queensrÿche - Operation Mindcrime II

Operation Mindcrime II

Der Versuch, mit der Fortsetzung eines Konzeptalbums von 1988 die eigene Karriere zu beleben, ist per se gewagt. Den Progmetallern aus Seattle gelingt er seltsamerweise.

Wer in den 80er Jahren Metal hörte, konnte der Dialektik des Jahrzehnts unterliegen: "zwischen Poison und Venom liegt 'ne Queensryche-LP". Die kultische Verehrung als "denkende" Metalband erreicht für Queensryche mit "Operation: Mindcrime" ihren Höhepunkt. Ein Konzeptalbum über Korruption, Manipulation, Revolution – über die großen Themen der Reagan-Ära, in der Moralität nichts zählt –, führt sie in die US-Öffentlichkeit. Gesellschaftskritik en gros, verpackt in vertrackte Metal-Songs, mal melancholisch, mal pompös, nie peinlich. Queensryche passen auf die "And Justice For All"-Tour von Metallica wie Arsch auf Eimer, zwei Jahre später spielen sie auf ihrer eigenen Headlinertour "Operation: Mindcrime" komplett. Das ist lange, zwei Umbesetzungen und mindestens drei gewöhnungsbedürftige Alben her. Allerdings wären Queensryche nicht das intellektuelle Chamäleon, wenn sie ihre Hausaufgaben nicht gemacht hätten: Teil zwei klingt streckenweise wie gehabt, die Trademarks sind da, selbst der hohe Gesang von Geoff Tate nervt nur bedingt, Texte und Story sind durchdacht, einzig der Schlagzeug-Sound ist dünn. Altmeister Ronnie James Dio (Rainbow, Black Sabbath) gibt in "The Chase" den Dr. X, die Singles "I Am American" und "The Hands” erinnern an alte Zeiten. Für eine Band, die das Moderne zur Maxime erklärt hat, ist das ein großer Schritt zurück. Aber ein bedeutender.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 5.0/12

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