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0 Autor: Marcus Kalbitzer

Supergrass - Road To Rouen

Road To Rouen

Einst haben sie mit schmissigen Hymnen die Britpop-Szene aufgemischt. Jetzt lassen sie entspannt angehen.

Neben Blur, Oasis und Pulp waren es Supergrass, die 1994 mit harmonischen Sixties-Klängen und schnarrendem Punk den Britpop-Boom auslösten. Letztes Jahr haben sie ihr Zehnjähriges gefeiert und durften sich auf einer Best-of-Platte ausruhen. Vielleicht klingen sie deshalb nun so reif und ausgeglichen. Ihr Teenager-Image hatte die Band aus Oxford ja schon mit dem zweiten Album "In It For The Money", einer zynischen Abrechnung mit dem Show-Business, abgelegt: Steven Spielberg, großer Fan, wollte mit ihnen ein Remake der berühmten Sixties-Serie "The Monkees" drehen, Designer Calvin Klein trat an Sänger Gaz Coombes heran, weil er sein markantes Gesicht als Werbeträger wollte. Doch Coombes verzichtete auf den Job als Model. Stattdessen konzentrierten sich Supergrass, die Tick, Trick und Track des Britpop, weiter auf die Musik. Das reichte für eine Bilderbuchkarriere völlig aus, denn ihre kurzen Songs warteten mit umwerfenden Melodien und Zitaten aus vierzig Jahren britischer Musikgeschichte auf. So jugendlich und ungestüm wie damals haben Supergrass seitdem nur noch selten geklungen. Das fünfte Studio-Album "Road To Rouen" führt diese Entwicklung fort. Hier findet sich kein "Alright" oder "Pumping On Your Stereo", lediglich "Kick In The Teeth" besitzt etwas vom Uptempo-Charme der frühen Tage. Supergrass sind introvertierter geworden, arbeiten mit dunkleren Untertönen und Streichern, wagen mehr Experimente. Bis auf Gaz Coombes sind sie ja auch alle jenseits der Dreißig. Da darf man abgehangenes Zeug ausprobieren und muss die Wundertüte nicht unbedingt randvoll mit Hits machen.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 7.0/12

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