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0 Autor: Jörg Staude

Red Hot Chili Peppers - Blood Sugar Sex Magik (Platten der Neunziger)

Blood Sugar Sex Magik (Platten der Neunziger)
  • VÖ: 20.09.1991
  • Label: Warner
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 82 - Schönheit der Ausgabe

Der einflussreichste Funk/Rock/Crossover-Meilenstein der Neunziger darf in keiner Sammlung fehlen.

Lange vor diesem Album - schon am 17. August 1985 im Rahmen eines Loreley-Festivals - waren die Chili Peppers selbst den "Rockpalast"-Machern vom WDR ein Begriff; was aber nicht heißen sollte, dass der Funk-Vierer aus Los Angeles in Europa kommerzielle Wellen schlug. Mehr als ein Geheimtip waren sie bis dahin nicht. Zu schräg und zu abgefahren präsentierte sich die Band auf ihren ersten Alben. Der Erfolg des Vorgängers "Mother's Milk" (mit der Stevie Wonder-Coverversion "Higher Ground") allerdings deutete das Potential der Chilis an. Meine erste Begegnung mit "Blood Sugar Sex Magik" fand bei einem Blind Date mit Skid Row im August 1991 statt. Sebastian Bach und seine Jungs waren dermaßen begeistert von dem Album, dass alle anderen Bands an diesem Nachmittag keine Chance mehr hatten. Besonders "Suck My Kiss" brachte die Metal-Matten zum Schwingen. In dem Augenblick war mir klar, dass eine neue Zeit anbrechen würde. Kurze Zeit später gingen die Red Hot Chili Peppers auf große US-Tour, im Vorprogramm zwei junge Alternative-Bands namens Smashing Pumpkins und Pearl Jam. Die Neunziger hatten begonnen und mit ihnen das Aufbrechen von Strukturen und die Abschaffung von Schubladen. "Anything goes" lautete das Motto, und wer diese 17 Songs hörte, so wie ich es gerade endlich mal wieder mache, der spürte diese Aufbruchstimmung in jedem Ton. Zwar waren Anthony Kiedis und Anhang immer noch funky, hatten aber mit Rick Rubin einen Produzenten, der seine Weitsicht voll mit einbrachte. Kein Wunder, dass Balladen wie "Breaking The Girl" und natürlich "Under The Bridge" schnell zu Hits wurden. Aber auch die Tanzflächen-Favoriten wie "Suck My Kiss", "Give It Away", der Titelsong, "Naked In The Rain" und "The Power Of Eqality" mach(t)en diese Scheibe zu einem Muss in jeder Plattensammlung. Zwar wäre auch diese Band an diesem Megaerfolg beinahe zerbrochen, doch anscheinend scheint der Preis dafür in den Neunzigern genauso hoch zu sein wie noch in den Sechzigern. Das kreative Potential dieser Ausnahmescheibe jedenfalls hat nicht nur die H-Blockx inspiriert, und das ist auch gut so. Die Chili Peppers haben ihren einmaligen Sound mit dieser Groove-Attacke perfektioniert und mit dem aktuellen Album "Californication" Gott sei Dank wieder erreicht.

Leserbewertung: 9.8/12

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