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1 Autor: Dirk Siepe

Death From Above - You're A Woman, I'm A Machine

You're A Woman, I'm A Machine
  • VÖ: 04.07.2005
  • Label: Warner
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 148 - Schönheit der Ausgabe

Die perfekte Band für eine Tour mit Turbonegro. Death From Above 1979 heißen nicht nur wie ein Turbo-Song, sie klingen auch wie das Unheil auf schwarzen Schwingen.

Wie schön, dass neben den obligatorischen Franz-Ferdinand-Klonen des Monats auch mal wieder eine Band um Gehör bittet, die frisch und aufregend, aber keineswegs nach britischen Eighties klingt. Death From Above 1979 stammen aus Toronto, Kanada, und sie klingen wie... ja, gute Frage. Vielleicht einfach mal so vorstellen: Je eine Prise Electric Six, NoMeansNo, Eagles Of Death Metal, Supermax und Jet zusammenkippen und kräftig durchschütteln. Wenn dieser seltsame Cocktail dann nicht explodiert, sondern wie Hölle rockt, hat man die richtige Konzentration für DFA 1979 gefunden. Manche Bands brauchen drei Gitarristen, um solch eine massive Wall of Sound aufzufahren, aber diese lustigen Herren mit den Elefantenrüsseln benötigen nicht mehr als Bass, Schlagzeug, sexy Vocals, ein paar Effektgeräte und hin und wieder einen Moog. Fertig ist das nächste spartanisch instrumentierte Duo nach den White Stripes, das die musikalische Weltherrschaft für sich beanspruchen kann. Und das geht natürlich nicht ohne Sex. "Little Girl" ist pures Verlangen, glühende Leidenschaft, ein elektrisierender Punch ins Zentrum aller Gefühle. Und auch der smart groovende Stampfer "Sexy Results" bringt das Blut schlagartig zum kochen. "Cold War" wiederum dürfte auf den Tanzflächen für einige Bierlachen sorgen, weil es den Hintern cooler Rocker dann doch heftiger zucken lässt, als die Hand an der Flasche vermutet hätte. Jetzt noch einmal vom Titeltrack und der schrägen Speed-Attacke "Pull Out" von rechts nach links schleudern lassen, und man weiß nicht mehr viel. Nur dass Death From Above 1979 die neue Lieblingsband werden könnte, wenn sie dieses Spektakel live auch nur annähernd so hinbekommt. Remixen lässt sich ihr Stoff schon mal erstaunlich gut, wie die reichhaltige Bonus-CD beweist. Allein schon der "Blood On Our Hands"-Remix, bei dem DFA 1979 wie eine kranke Mischung aus The Offspring und Sigue Sigue Sputnik klingen, wäre das Geld wert.

Leserbewertung: 10.6/12

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Kommentare (1)

Avatar von chreon chreon 25.05.2010 | 11:59

Death from Above scheint im ersten Moment unbekannt zu sein. Doch wenn man mal hinter die Kulissen auf die eigentlichen Musiker schaut erkennt man alte Gesichter. Mit Jesse F. Keeler von MSTRKRFT am Bass und Synthie ist eine bekannte Figur der Electro Szene am Viersaiter. Zusammen mit Sebastien Grainger schaffte Keeler es nicht nur die Hörerschaft zu faszinieren, sondern auch eingefleischte Musik zu überzeugen, wie zwei Menschen den Soundklang einer ganzen Band hinbekommen. Das Album zeigt deutlich, wie Death from Above gearbeitet hat und welche Anstrengung die Musik für beide Mitglieder bedeutete.

Wie man die Härte von Death from Above erkennen kann geht ganz einfach. Zunächst wird der Handywecker auf 5 Uhr morgens gestellt und dann DfA1979s Song "Pull Out" auf volle Lautstärke gestellt. Wenn man bis dahin nicht weiß, dass diese beiden Musiker sich die Seele aus dem Leib spielen, dann wird man es spätestens jetzt morgens erfahren haben.

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