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0 Autor: Jens Mayer

Big D And The Kids Table - How It Goes

How It Goes
  • VÖ: 25.04.2005
  • Label: Moon Ska/Rough Trade
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 146

Essenszeit bei Big D. Auf dem Tisch steht ein Ska-Punk-Eintopf nach altem Rezept, der trotzdem nicht abgeschmackt klingt.

"Meine Güte, das ist ja nun wirklich vorbei", mag sich Mancher bei der bloßen Erwähnung

des Terminus Ska-Punk denken. Schließlich versuchte vor gar nicht allzu langer Zeit

noch jede 08/15-Punkband ihrem dünnen Soundsüppchen durch Bläser mehr Substanz zu

verschaffen und holperte dabei auf der Suche nach Erfolg durch das musikalische

Unterholz. Doch die Zeiten haben sich geändert. Mittlerweile ist düster en vogue, die

Mitläufer von damals tragen schwarzes Kajal und schauen böse. Ganz anders Big D: Die

siebenköpfige Formation aus Boston war schon Jahre vor dem Ska-Boom aktiv und tourte

lieber landauf- und abwärts, statt sich wichtig zu machen. So erlangten sie vielleicht

nicht die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit, dafür aber jede Menge Sympathie-

und Fleißpunkte. "How It Goes" legt nun Zeugnis ab von diesen Erfahrungen und von der

Liebe zur Musik. Angenehme Abwechslung garantiert zudem die Bandbreite des Albums, auf

dem sich waschechter Ska, poppiger Punkrock, Hardcore-Sprengsel, Rocksteady- und

Dub-Momente zu einem sinnigen Ganzen fügen. Soviel Spielfreude und Lockerheit stecken

an und bringen sowohl Spaß auf der nächsten Sommerparty am Baggersee, als auch gute

Laune in den grauen Alltag. Ein wenig zu gut gemeint hat man es letztendlich aber: 20

Songs in 77 Minuten – das ist zu viel und verwässert den ansonsten durchaus guten

Eindruck.

Bewertung: 7/12

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