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Google Play Music bietet seinen Streaming-Service ab sofort auch kostenlos an

Seit dem Markteintritt von Apple ins Streaming-Geschäft kommt der Markt nicht mehr zur Ruhe. So hat Google mit einem neuen kostenlosen Angebot für seinen Streaming-Service Play Music reagiert, das vorerst aber nur in den USA erhältlich ist. Tidal muss sich hingegen binnen drei Monaten einen neuen CEO suchen und der Online-Store Beatport hat einen einbettbaren Player veröffentlicht.

Apple hat mit der Ankündigung von Apple Music die Konkurrenz am Markt sichtlich aufgerüttelt, obwohl der Service erst Ende des Monats online geht. Die Reaktionen darauf fallen höchst unterschiedlich aus und betreffen nicht nur andere Streaming-Services, sondern auch Online-MP3-Shops.

So hat Google für seinen Streaming-Service Play Music ein abgespecktes, durch Werbung finanziertes Angebot eingeführt. Vorerst nur in den USA ist es möglich, mit dem sogenannten Freemium-Account die vorab kuratierten Playlists von Play Music anzuhören und Radiosender abzuspielen, die auf einem Song, Künstler oder Album basieren. Dabei ist die Zahl der Songs begrenzt, die geskippt werden können, der Service kann nicht offline genutzt werden, Songs nicht aufs Handy heruntergeladen werden und es ist nicht möglich, komplette Alben zu streamen. Ein Sprecher von Google machte im gleichen Zug auch klar, dass der Konzern für jeden über einen kostenlosen Account abgespielten Song weniger Tantiemen an die Künstler ausschütten wird, als für einen Song, der über einen bezahlten Account abgespielt wird.

Mit anderen Problemen hat der von vielen Seiten kritisierte Streaming-Service Tidal zu kämpfen. Die Firma, an der viele namhafte Musiker wie Jay-Z und Jack White beteiligt sind, muss sich zum zweiten Mal binnen kürzester Zeit nach einem neuen Geschäftsführer umsehen. Nach nur zwei Monaten hat Peter Tonstad das Unternehmen wieder verlassen, sein Vorgänger hielt es gerade zwei Wochen lang auf dem Geschäftsführerposten aus. Tonstad war schon Geschäftsführer von Tidal, bevor die Firma von Jay-Z übernommen wurde.

Dass Apples Ankündigungen auch auf einem anderen Markt für Unruhe sorgen, zeigt der MP3-Shop Beatport. Beatport ist eine der größten Plattformen für Downloads aus dem Bereich der elektronischen Musik. Seit kurzem ist es möglich, jeden auf Beatport verfügbaren Song auf anderen Seiten einzubetten und abzuspielen. Darüber hinaus hat Beatport angekündigt, die Künstler für das Streaming ihrer Songs bezahlen zu wollen.

Zum Themenkomplex hat sich auch Billy Corgan von den Smashing Pumpkins in einem Interview mit CNBC geäußert. Er gratulierte zunächst Taylor Swift dafür, sich erfolgreich gegen Apples Versuch aufgelehnt zu haben, in einer dreimonatigen Testphase keine Tantiemen an Künstler für das Streaming ihrer Songs auszuschütten, und den Konzern zum Zurückrudern bewegt zu haben.

Gleichzeitig betonte Corgan, dass darüber die 10.000 anderen Künstler jenseits der Top 12 vergessen würden, denen Apple keine Aufmerksamkeit schenken würde: “Sobald Künstler verstehen, wie machtvoll ihre Marktposition ist, wird es zu einem Erdbeben kommen. Apples Zugeständnis zeigt, dass sie fürchten, dass damit eine Flut ausgelöst werden könnte, und viele weitere Künstler ihre Musik von dem Service zurückziehen. Bislang wird kein Künstler von einem der Streaming-Services angemessen bezahlt. Sobald die Künstler das erkennen, wird es zu einem Aufstand kommen.”