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01.08.2022 | 11:00 0 Autor: Lukas Schumacher RSS Feed

10 Songs mit... Motorpsycho

News 32723

Foto: Terje Visnes

In unserer Rubrik "10 Songs mit..." stellen Musiker:innen zehn Songs zu einem Thema zusammen und erzählen, was diese ihnen bedeuten. Heute mit: Motorpsycho-Bassist und Sänger Bent Sæther über das Metal-Jahr 1980 und die Dehnbarkeit der Rubriksgrenzen.

Normalerweise fragt die Redaktion für "10 Songs mit..." bei Musiker:innen nach 10 passenden Songs zu einem bestimmten Thema. Das klappt meistens gut, manchmal ist sogar ein Bonustrack dabei. Doch Motorpsycho wären nicht Motorpsycho, wenn Frontmann Bent Sæther nicht gleich über 20 Songs geschickt hätte. "Einmal angefangen, konnte ich einfach nicht mehr aufhören", entschuldigt er sich einleitend. Es folgen 23 Heavy-Metal-Songs, die allesamt von Alben stammen, die 1980 veröffentlicht wurden. Für Sæther "das beste Jahr in der Geschichte des Heavy Metal".

Seine Auswahl erklärt er so: "[...] Wenn ich mir diese Liste ansehe, denke ich, dass jeder, der diese Art von Musik mag, mindestens die Hälfte gehört hat und mindestens fünf oder sechs der Alben besitzt. Dass dies alles in einem Jahr veröffentlicht werden konnte, ist erstaunlich! Das Aufkommen der NWOBHM [New Wave Of British Heavy Metal] ist natürlich der Hauptgrund (lest unbedingt 'Denim and Leather: The Rise And Fall Of The New Wave Of British Heavy Metal' von Michael Hann – es ist großartig!), aber auch einige ältere Bands haben ihren Teil dazu beigetragen. Und das galt nicht nur für Großbritannien: Australien, die USA, Kanada, Irland und Deutschland haben alle großartige Vertreter auf dieser Liste. Einige Bands hatten gerade erst angefangen ([Iron] Maiden, Tygers [Of Pan Tang], [Def] Leppard, Girlschool, Ozzy [Osbourne], Michael Schenker Group), einige ihren Höhepunkt erreicht (Motörhead, Van Halen, [Ian] Gillan, AC/DC, Saxon (zweimal!), Rush), andere ihre besten Zeiten vielleicht schon hinter sich (UFO, Scorpions, [Thin] Lizzy, [Black] Sabbath), einige klangen altmodisch (Blackfoot, Status Quo, Whitesnake), und einige hatten sich noch nicht ganz gefunden (Def Leppard). Wieder andere klangen sowohl voll ausgebildet als auch ihrer Zeit weit voraus (Angel Witch, Diamond Head). Stilistisch sind diese Alben sehr unterschiedlich, von Boogie-Rock bis Pre-Thrash über Disco-Rock und Punk reicht der Sound von hochmodern bis... nun ja, zweifelhaft, um ehrlich zu sein – aber es ist alles großartige Musik und all diese Alben sind es wert, mehr als einmal gehört zu werden, wenn man Heavy Metal und Hard Rock mag!"

Und falls ihr Euch noch fragen solltet, ob Sæther die Zahl 23 zufällig gewählt hat: natürlich nicht. Er bezieht sich auf "23 enigma", ein altes Rätsel respektive einen Mythos und Glauben, der von der Bedeutung der Zahl 23 überzeugt ist. Die Ursprünge dieses Phänomens liegt laut Autor Robert Anton Wilson ("Illuminatus"-Trilogie, "Schrödingers Katze") bei seinem Schriftsteller-Kollegen William S. Burroughs ("Naked Lunch"): Der hätte um 1960 einen Kapitän Clark kennengelernt, der angab seit 23 Jahren unfallfrei zur See zu fahren. Am selben Tag kenterte sein Schiff und alle Besatzungsmitglieder und Passagiere kamen ums Leben. Als Burroughs noch über die Ironie und Tragik dahinter nachdachte, hörte er im Radio von einem Flugzeugabsturz in Florida. Der Flug hatte die Nummer 23 und der Kapitän hieß ebenfalls Clark.

Ob das nun ein außergewöhnlicher Zufall ist oder war oder ob an dem Mythos etwas dran ist: schwer zu klären. Dafür wünschen wir viel Spaß mit Bent Sæthers 23 liebsten Heavy-Metal-Songs aus 1980. Oder wie er selbst sagt: "Holt die Jeans und das Leder heraus, schnappt euch einen kalten Drink, dreht die Stereoanlage auf und feiert, als wäre es 1980!"

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