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08.02.2022 | 11:30 4 Autor: Jonas Silbermann-Schön RSS Feed

Wegen drohendem Personalmangel: Konzertveranstalter schreiben Brandbrief

News 32255

Foto: Pexels/pixabay.com

In dem von Veranstaltern des Deichbrand Festivals sowie Rock Im Park verfassten Brief wird vor den dramatischen Folgen des pandemiebedingten Personalmangels in der Livebranche gewarnt. Unterschrieben haben zahlreiche Festivalorganisator:innen und Agenturen.

Nach fast zwei Jahren des eingeschränkten Veranstaltungsbetriebs geprägt von Verschiebungen und Absagen, schlägt nun der Verband Deutscher Event- & Sicherheitsdienstleister Alarm. In einem gemeinsamen Brief an Medien und Poltik, der über Facebook geteilt wurde, warnen die Verfasser vor einem "immer größer werdenen Berg an oft verlegten Konzertveranstaltungen [...],der mit den verbliebenen Personalressourcen nicht mehr zu bewältigen sein wird".

Da so viele kurzfristig beschäftigten Arbeitnehmer:innen bereits zu Beginn der Pandemie die Branche wechselten, soll die Lage mittlerweile sogar so dramatisch sein, dass selbst die Konzerte ausfallen könnten, die bereits längst ausverkauft sind. Für die Ticketrückerstattung müssen dann die Veranstalter:innen selbst aufkommen, da die staatlichen Ausfallversicherungen nur rund 90 Prozent übernehmen. "Diesen Verlust wird sich kein:e Veranstalter:in auf Dauer leisten können, da etwaige Rücklagen aufgebraucht sind", so die Verfasser Dr. Berend Koll vom Deichbrand Festival, Rechtsanwalt Martin Reitmaier (u.a. Rock im Park) und Musikmanager und Veranstalter Axel Schulz.

Noch viel gravierender sei aber der "massive Domino-Effekt", der von den Veranstalter:innen ausgeht und sich durch sämtliche Zweige des Veranstaltungsgewerbes ziehe. So würden mit den Veranstalter:innen auch sämtliche Clubs, Hallen und die gesamte Musiklandschaft "sterben". Musiker:innen könnten sich heutzutage nicht von den geringen Streaming-Einnahmen über Wasser halten und seien somit auf die Konzerteinnahmen angewiesen sind. Bereits im Herbst würden laut Brief wegen der fehlenden Einnahmen "unzählige Bands und Musiker:innen ihre professionelle Karriere aufgeben müssen".

Um diesen irrevesiblen Verlauf zu unterbinden, wird in dem Brandbrief unter anderem gefordert, altes Personal zu reaktivieren, neues zu rekrutieren, Freibeträge für geringfügig Beschäftigte entscheidend aufzustocken, formelle Abläufe zu Entbürokratisieren und die Gewerbeordnung zu reformieren.

Unterzeichnet wurde der Brief von knapp 50 Konzert- und Festivalveranstalter:innen und zusammenhängenden Betrieben, darunter etwa FKP Scorpio, Karsten Jahnke, Landstreicher Booking oder das Wacken Open Air.

Facebook-Post: Gemeinsamer Brandbrief Verband Deutscher Event- & Sicherheitsdienstleister

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Kommentare (4)

Avatar von DANNYDEVITO DANNYDEVITO 08.02.2022 | 14:21

Liebe Visions, wenn ihr schon (die für die Ohren eines Deutschlehrers aufgrund der verstümmelten Grammatik körperliche Schmerzen verursachende) Gendersprache verwendet, dann bitte konsequent... „In dem von VERANSTALTERN des Deichbrand Festivals...“ - Veranstalter:innen

Avatar von Herrarne Herrarne 08.02.2022 | 15:02

Moin DANNYDEVITO,

da möchte ich gerne korrigieren: Der Visions-Kollege Silbermann-Schön hat seine Arbeit richtig recherchiert und hat korrekt gegendert. Die Verfasser des Schreibens sind Dr. Berend Koll (HKES GmbH, Deichbrand Festival), RA Martin Reitmaier (Argo Konzerte GmbH, Rock im Park Festival) und Axel Schulz (Musikmanager, Konzertveranstalter) und damit alles Männer.

Für mich war das Gendern am Anfang auch gewöhnungsbedürftig, aber inzwischen gefällt es mir. Sprache verändert sich. Ich hoffe, diese Veränderung in der Sprache wird mit der Zeit auch in Deutschlehrern weniger körperliche Schmerzen verursachen. :-)

Avatar von DANNYDEVITO DANNYDEVITO 08.02.2022 | 18:26

Moin Herrarne,
ich habe nichts gegen Veränderungen in der Sprache, sofern sie denn dem Regelwerk entsprechen, welches m.M. nach bei journalistischen Texten angewendet werden sollte, Stichwort Lesbarkeit. Hierzu folgender link https://www.rechtschreibrat.com/DOX/rfdr_2018-11-28_anlage_3_bericht_ag_geschlechterger_schreibung.pdf
Seite 10. ;-)

Avatar von wilder rockerr wilder rockerr 10.02.2022 | 02:00

Hier mal 2 Gedanken dazu :

1. Gendern ist und bleibt Unsinn. Bis heute konnte mir niemand den Mehrwert erklären. Aber egal.

2. Das Thema "Corona und Musikbranche" ist und bleibt unfassbar wichtig und gleichzeitig tragisch. Ich würde mir wirklich wünschen, dass die VISIONS bei dem Thema massiv am Ball bleibt und auch mal offensiver dazu berichtet. Warum nicht mal einen runden Tisch initiieren, an dem Musiker, Veranstalter und auch Politiker sitzen? Oder eine Plattform ins leben rufen, wo interessierte und potentielle Aushilfen direkt mit den veranstaltern in Kontakt treten könnten. So toll die CD-Reviews und das x-te Special über die besten Drummer aus Skandinavien auch ist - das Salz in der Suppe eines jeden Musikfans sind immer noch die Momente, wo man Musik live erlebt. Diese Momente dürfen nicht aussterben - ich hoffe, dass man das auch im Hause VISIONS weiß...

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