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08.06.2018 | 15:36 5 Autor: Dennis Drögemüller RSS Feed

Studie: Menschen entdecken ab 30 Jahren keine neue Musik mehr

News 28595Eine aktuelle Umfrage im Auftrag eines Streaming-Dienstes bestätigt ein altes Klischee: Demnach hören Menschen statistisch um ihr 30. Lebensjahr herum langsam auf, neue Musik zu entdecken und sich dafür zu begeistern. Die Gründe für diese "musikalische Erstarrung" sind vielfältig.

Die These ist nicht neu: Mit fortschreitendem Alter begeistern sich Menschen immer weniger für neue, aktuelle Musik und hören stattdessen mehr und mehr nur noch ihre alten Lieblingskünstler, die sie seit Jahren begleiten - schon der Erfolg der jüngsten Touren von Bands wie AC/DC, Guns N' Roses oder den Rolling Stones könnte ein Indiz sein, dass an diesem Klischee etwas dran ist.

Eine Umfrage im Auftrag des Streaming-Anbieters Deezer kam nun zu dem gleichen Ergebnis: Demnach tritt statistisch im Alter von 30 Jahren und sechs Monaten bei Musikfans eine "musikalische Erstarrung" ein, sie entdecken also keine neue Musik mehr.

Als Gründe nannten die Befragten unter anderem zu wenig Zeit oder Lust wegen ihres Jobs oder ihrer Kinder, eine Überforderung durch die Masse an neuer Musik oder durch die Masse an Möglichkeiten, seine Freizeit zu verbringen.

60 Prozent der Befragten gaben an, sie würden sich in einem musikalischen Trott gefangen fühlen, der sie immer wieder die gleichen Künstler hören ließe. Gleichzeitig sagten 47 Prozent der Befragten, sie würden gern mehr Zeit haben, um sich mit neuer Musik zu beschäftigen. Nur 25 Prozent äußerten gar kein Interesse, noch neue Musik zu finden.

Die meiste neue Musik wird laut der Studie im Alter von circa 24 Jahren entdeckt: In diesem Alter hätten 75 Prozent der Befragten nach eigenen Angaben zehn oder mehr neue Songs pro Woche gehört, 64 Prozent entdeckten in diesem Alter fünf oder mehr neue Acts im Monat.

Die Aussagekraft der Studie ist dabei nicht einschätzbar: Wichtige Daten wie die Zahl der Befragten, die Art der Fragestellung oder die Auswahl der befragten Personen wurden nicht veröffentlicht.

Die Studie deckt sich allerdings mit dem Ergebnis früherer Befragungen: 2015 kam eine - nicht wissenschaftliche - Analyse zu einem ähnlichen Ergebnis, die anhand von Nutzerdaten von Spotify und anderen Plattformen das Hörverhalten untersuchte. Dort hieß es, mit rund 33 Jahren würden viele Menschen aufhören, neue Musik zu entdecken und stattdessen verstärkt zu Musik ihrer Jugend zurückkehren.

Kommentare (5)

Avatar von sobulian2000 sobulian2000 08.06.2018 | 21:29

Danke VISIONS, dass diese Studie auch wegen Euch nicht auf mich zutrifft. Bin 52 und entdecke in eurem Heft immer wieder großartige, mir bisher nicht bekannte Künstler!

Avatar von thunesier thunesier 09.06.2018 | 20:02

Dann kann ich mein VISIONS-Abo ja getrost künden… aber im Ernst jetzt: Ich kann mir durchaus vorstellen, dass da was dran ist, sogar für eine gewisse Mehrheit. Und meine persönlichen Erfahrungen sowie die aus meinem Umfeld sind genauso so wenig “wissenschaftlich“. Das weiss ich. Aber wenn ich lese “Wichtige Daten wie die Zahl der Befragten, die Art der Fragestellung oder die Auswahl der befragten Personen wurden nicht veröffentlicht“, kann ich nur sagen: I don’t give a...

Avatar von leboef leboef 09.06.2018 | 23:23

Das Problem ist die verfügbare Zeit, die mit jedem Geburtstag scheinbar immer weniger wird! Mit meinen nun fast 39 Jahren entdecke ich immer noch neue Musik. Gleichzeitig kenne ich aber auch schon so viele gute Bands, die ich auch gerne würdigen möchte. Das alles unter einen Hut zu bekommen in aber leider schwer bei Vollzeitjob, anderen Hobbies, guten Serien bei Netflix, Freundin, Famillie, Freunde etc...

Avatar von thunesier thunesier 09.06.2018 | 23:46

Ich denke, dass man mit über 30 eine ziemliche Menge an Musik gehört hat, die es neuen Bands schwerer macht, einen richtig aus den Socken zu hauen. Und dennoch passiert es, wenn man es zulässt. Ich wüsste nun wirklich nicht, was Netflix, die Freundin oder der Vollzeitjob damit zu tun haben.

Avatar von ol-leck ol-leck 11.06.2018 | 11:00

Ich bin weeeeiiiit über 30, selbst weit über 40 und ich entdecke immer noch neue Musik. Daher renne ich auch keinen Künstler aus meiner Jugend weiter hinterher. Ich würde gerne die Studie genauer kennen, aus deutscher Sicht ist mir aber ein Grund für die Erstarrung bekannt: Die regulären Radiosender, die immer den gleichen Müll spielen (ich halte das bereits für Körperverletzung und gezielter Volksverdummung). Aber auch neben den Radiosendern wird immer nur der gleiche Popkram in anderen Medien gespielt und gefördert.
Ich nehme mir die Zeit aus verschiedenen Quellen neue Musik zu suchen, zu finden und sie auf mich wirken zu lassen. Eins kann ich allerdings ausschließen und das konnte ich schon mit 15: Popmusik werde ich niemals entdecken.

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