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03.08.2012 | 12:26 2 Autor: Dean Sprave RSS Feed

Pussy Riot – Soviel zum Thema Demokratie

News 16699"Free Pussy Riot" ist das Motto der letzten Tage und Wochen. Stetig kommen neue Musiker hinzu und fordern die Freilassung der russischen Polit-Punks Pussy Riot. Neueste Sympathisantin: Die Mutter des Punk Patti Smith.

Immer mehr Personen der Öffentlichkeit mischen sich nach und nach in die Diskussionen um den Prozess gegen die russische Punk-Gruppe Pussy Riot ein. Neuestes Mitglied der Widerstandsbewegung ist seit gestern Abend Patti Smith. Im Rahmen eines in Oslo stattfindenden Konzertes überreichten Fans der Sängerin ein Shirt mit dem mittlerweile weltweit bekannten Slogan "Free Pussy Riot!". Smith ließ es sich nicht entgehen, mit hoch erhobenem Shirt die Bühne zu betreten und Begeisterungswogen auszulösen.

Damit ist Smith eine von vielen, die es nicht ertragen können, eine Gruppe junger Frauen politischer und sozialer Ungerechtigkeit ausgesetzt zu sehen. Seit Wochen hatten sich Musikgrößen wie Pete Townshend von der Gruppe The Who, Pulp-Sänger Jarvis Cocker, Neil Tennant von den Pet Shop Boys, Kate Nash und Martha Wainwright zu Wort gemeldet und ihre Solidarität verkündet. Auch Punk-Kollegen wie beispielsweise Anti-Flag alarmieren die Öffentlichkeit in regelmäßigen Abständen durch Aufrufe und unterstützende Konzerte. Eine Widerstandsbewegung ist geboren.

Und das zu Recht. Was eigentlich mit Spontan-Konzerten auf Dächern, in der Metro oder auf dem Roten Platz in Moskau begann und sich vorerst gezielt gegen Wladimir Putin richtete, hat sich mittlerweile zum globalen Protest gegen ein ganzes Regime weiterentwickelt. Weltweites Aufsehen erzielte Pussy Riot schließlich durch eine nicht genehmigte Aktion im zentralen Gotteshaus der Russisch-Orthodoxen Kirche, der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau am 21. Februar 2012. Die Band protestierte mit ihrem Auftritt dagegen, dass der Patriarch der russisch-orthodoxen Kirche, Kyrill I., ihren Worten nach dazu aufgerufen hatte, Wladimir Putin bei den Präsidentschaftswahlen zu wählen. Und das im Rahmen eines laufenden Gottesdienstes.

Als Folge dieser Aktion wurden die drei Mitglieder Nadeschda Tolokonnikowa, Marija Aljochina und Jekaterina Samuzewitsch in Untersuchungshaft genommen und wenig später angeklagt. Wegen "Rowdytums" drohen ihnen je sieben Jahre Haft. Ein direkt begonnener Hungerstreik von Tolokonnikowa und Marija Aljochina musste beendet werden. Seitdem befindet sich Samuzewitsch im Hungerstreik, um gegen Justizwillkür zu protestieren. Dem Kreml werfen Bürgerrechtler vor, durch an den Aktivistinnen ein Exempel statuieren zu wollen. Amnesty International erkennt die drei Frauen sogar als politische Gefangene an.

"Eine andere Meinung zu haben, ist in jeder Demokratie ein Grundrecht." Und "die einzige Straftat die Pussy Riot begangen haben ist die jung, arrogant und schön zu sein", fassen Smith und die anderen Musiker richtig zusammen.

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Kommentare (2)

Avatar von caffeine caffeine 04.08.2012 | 18:31

Toll, irgendwo weit weg ein Shirt hochzuhalten, ist ja nicht besonders schwer. Aber Faith No More habt ihr nicht erwähnt, die während eines Konzertes in Moskau diese Shirts getragen und eine Protestaktion auf der Bühne hatte.

Avatar von caffeine caffeine 05.08.2012 | 10:25

Übrigens schreibt The Guardian, dass FNM sogar die Protest-Welle gestartet hätten:

"US rockers Faith No More started the trend by inviting members of the group that remain free to join them on stage during a performance at Moscow's Stadium Live club."

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