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03.02.2011 | 10:46 6 Autor: Daniel Gerhardt RSS Feed

The White Stripes - Schluss machen

Ende nach 14 Jahren und sechs Alben: Auf ihrer Website geben The White Stripes offiziell ihre Auflösung bekannt.

"Es gibt keine künstlerischen Differenzen, es liegt nicht daran, dass wir keine Lust mehr haben, und es hat auch nichts mit gesundheitlichen Problemen von Jack oder Meg zu tun", schreiben The White Stripes an ihre Fans. "Hinter der Auflösung steckt eine Vielzahl von Gründen, aber in erster Linie wollen wir sicherstellen, dass nicht an den Dingen gerüttelt wird, die die White Stripes zu einer besonderen Band gemacht haben."

Im weiteren Verlauf nimmt das Statement Züge einer guten Beerdigungs-Rede an: "Wir hoffen, dass unsere Auflösung nicht mit Trauer, sondern als positive Entscheidung aufgenommen wird, die aus Respekt vor unserer Musik getroffen wurde. Die White Stripes gehören nicht mehr Meg und Jack. Die White Stripes gehören jetzt euch, und ihr könnt mit ihnen machen, was ihr wollt." Auch Meg und Jack werden allerdings weiterhin machen, was sie wollen: In der gleichen Mitteilung kündigt die Band an, auch in Zukunft bisher unveröffentlichte Studio- und Liveaufnahmen der White Stripes über Jacks Label Third Man veröffentlichen zu wollen – vermutlich in limitierten Vinyl-Versionen.

Der Verlust, den die Auflösung der White Stripes für die Rockmusik der Gegenwart bedeutet, ist schwer zu beurteilen: Ihr letztes Album "Icky Thump" liegt bereits dreieinhalb Jahre zurück, ihren künstlerischen Zenit hatten Meg und Jack schon 2001 mit der herausragenden Garagenrock-Platte "White Blood Cells" erreicht, auch wenn "Seven Nation Army", das auf dem 2003er Album "Elephant" enthalten war, natürlich als ihr Signature-Song in die Rockgeschichte eingehen wird. Zuletzt schien Jack vor allem in seinen zahlreichen Liebhaber-Projekten, dem eigenen Studio in Nashville samt angeschlossener Vinyl-Presse und natürlich seinen anderen Bands The Dead Weather und The Raconteurs aufzugehen. Meg hat sich nahezu völlig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, auch wenn sie die schweren Angstzustände überwunden haben soll, unter denen sie im Herbst 2007 litt und wegen derer die White Stripes damals eine Tour absagen mussten.

Leichter zu beurteilen ist allerdings der Einfluss, den die White Stripes auf die zeitgenössische Rockmusik genommen haben. Höchstens noch The Strokes haben in den letzten zehn Jahren mehr Bands geprägt als Jack und Meg; die White Stripes stehen in Sound, Ästhetik und Konsequenz für das Retrorock-Revival der 00er Jahre, und Jack hätte seinen Titel als stilprägender Gitarrengott auch dann sicher, wenn er nie mehr einen Akkord greifen würde.

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Kommentare (6)

Avatar von _d4v3_ _d4v3_ 03.02.2011 | 14:25

Traurig... sooo traurig. :-(

Avatar von Go Ahead Eagle Go Ahead Eagle 03.02.2011 | 20:51

Es war schön mit euch!

Avatar von ElManana ElManana 03.02.2011 | 22:25

Echt schade, gehört definitiv zu meinen Favourites.

Avatar von PITCHER PITCHER 04.02.2011 | 08:52

*schulterzuck* ich fand ihren Sixties-Ripp-Off schon immer überflüssig...

Avatar von heintje heintje 04.02.2011 | 11:08

kein Verlust für die Musikwelt

Avatar von DJ Large DJ Large 04.02.2011 | 16:31

Is schon schade mit den Stripes, aber bitte wer redet noch von den Strokes außer die Musikpresse! Außerdem hinkt dieser Vergleich! Diese Band hat niemals das gehalten was ihr angedichtet bzw. geschrieben wurde. Und wie hießen nochmal ihre "vielen" Platten und "Hits" ??? Ach so, das wissen auch nur ach so schlaue Musikjournalisten.

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