Neun Mal die Sieben im Soundcheck, das spricht eine eindeutige Sprache: gute Platte, aber nichts von herausragender Qualität. Dabei klingt "Men's Needs, Women's Needs, Whatever" reifer und homogener als das unbetitelte Debüt und das zweite Album "The New Fellas". Einen richtig verzichtbaren Song findet man auch mit der Lupe nicht, und den Biss in ihren Texten haben sie eher noch verschärft. Andererseits kann man dem Trio vorwerfen, dass es mit Hits wie "Hey Scenesters!" und "Mirror Kissers" diesmal äußerst knauserig umgeht, von dem Dutzend Tracks auf "Men's Needs, Women's Needs, Whatever" bleiben – mal abgesehen von der schmissigen Albumeröffnung "Our Bovine Public" und dem angenehm eingehenden "Men's Needs" – auch nach dem dritten Durchlauf lediglich bescheidene Fragmente hängen. Daran ändert auch die flockige Produktion von Franz Ferdinands Alex Kapranos wenig, obgleich er für das Majordebüt der Indierocker sicherlich eine taktisch klügere Wahl war als zuvor Edwyn Collins. Zuletzt gerne als die neuen Clash gepriesen (was Unsinn ist), scheinen The Cribs nun obendrein die englischen Strokes werden zu wollen. Jedenfalls lassen sie in jedem zweiten Lied derartige Tendenzen anklingen, auch wenn die Herren Jarman von der songwriterischen Präzision eines Julian Casablancas Lichtjahre entfernt sind. Und so bleiben sie vorerst die sicherlich tollste Band in Wakefield, doch gleich in der unmittelbaren Nachbarschaft Leeds haben ihre Freunde von den Kaiser Chiefs noch erheblich die Nase vorn. Die platzieren zwar ungeniert mehr Ausfälle auf ihren Platten, aber eben auch deutlich mehr Hits.
Bewertung: 7/12
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