Ein Track auf ihrem zweiten Album heißt "All Is Violent, All Is Bright", ein anderer "Infinite Horizons", womit der Rahmen der Musik optimal umschrieben ist: pure, brutale Klanggewalt ist ihnen ebenso zueigen wie eine überbordende Schönheit harmonischer Akkordkaskaden – alles zusammengehalten durch Arrangements, die wie die Weite eines endlosen Horizonts klingen. Was zunächst begeistert an der Musik des Trios, das aus einem multiinstrumentalen Brüderpaar und einem Jazz-geschulten Wahnsinns-Drummer besteht, ist die seltene Tatsache, dass man zu keinem Moment eine Stimme vermisst. Sie schaffen es, Spannung und Dynamik aufzubauen, die rein instrumentale Musik braucht, um nicht beliebig zu klingen. Dann verfällt man ihren Arrangements: immer getrieben von einem grundsätzlichen Willen nach Schönheit und Harmonie, selbst dann, wenn es richtig laut und brutal wird. Letzteres ist – verglichen mit den Genre-bestimmenden Mogwai – seltener der Fall, meist regiert eine klar strukturierte Nachvollziehbarkeit. Spätestens, wenn man beim letzten Düstertrack, "When Everything Dies", ankommt, ist man den spannenden Soundschichtereien hemmungslos verfallen. Der optimale Filmscore zu deinen Alpträumen.
Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 9.0/12
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