13.09.2017 | 09:32 7 Autor: Dennis Drögemüller RSS Feed

Decapitated: Frau wirft Death-Metal-Band Gruppenvergewaltigung vor

News 27348Die polnische Death-Metal-Band Decapitated ist in den USA verhaftet worden. Laut eines lokalen Medienberichtes hatten die Bandmitglieder in ihrem Tourbus eine Frau mehrfach vergewaltigt.

Triggerwarnung: Der Text enthält Beschreibungen sexueller Gewalt.

Zunächst hatten Medien berichtet, Decapitated seien nach ihrem Konzert in Spokane, Washington am 31. August wegen eines Kidnapping-Vorwurfs verhaftet worden. Demnach hätten die vier Bandmitglieder eine Frau gegen ihren Willen im Tourbus festgehalten. Der Anwalt der Band hatte damals mitgeteilt, die Frau habe die Band aus freien Stücken besucht und sei im Guten wieder gegangen.

Ein Bericht der lokalen Tageszeitung The Spokesman-Review, der sich auf Gerichtsunterlagen beruft, zeichnet nun ein deutlich drastischeres Bild der Ereignisse: Demnach beschuldigt eine Frau alle vier Bandmitglieder, sie in der Tourbus-Toilette vergewaltigt zu haben.

Das mutmaßliche Opfer und eine Freundin seien nach dem Konzert mit den Bandmitgliedern von Decapitated ins Gespräch gekommen und hätten eine Einladung in den Tourbus angenommen. Dort hätte Decapitated-Schlagzeuger Michal Lysejko jedoch gegen ihren Willen ihre Brust angefasst und die Stimmung habe sich verändert. "Sie beschrieb, [...] wie ein Mitglied der Band sie wie Beute anzusehen begann", hieß es in den Gerichtsunterlagen.

Nachdem die Frau die Toilette des Busses benutzt habe, habe Frontmann Rafal Piotrowski sie gegen ihren Willen geküsst, ihr den Arm auf den Rücken und sie umgedreht. Daraufhin hätten mehrere Mitglieder der Band sie vergewaltigt. Den von der Frau geäußerten Wunsch, den Bus mit ihrer Freundin zu verlassen, sowie ihren Widerstand ignorierten die Musiker demnach. Die Freundin, die die Vergewaltigung mit angesehen habe, sei von Piotrowski aufgefordert worden, Oralsex mit ihm zu haben. Nach ihrer Weigerung sei sie zu Boden gestoßen und leicht verletzt worden. Eine ausführliche Schilderung der Ereignisse aus den Gerichtsunterlagen findet ihr bei The Spokesman-Review.

Die Bandmitglieder gaben zum Teil zu, dass die beiden Frauen im Tourbus gewesen seien. Zu einem möglichen Übergriff machten sie jedoch keine Angaben und wollten sich ohne Übersetzer nicht weitergehend äußern. Gitarrist Waclaw Kieltyka gab lediglich zu Protokoll, dass er sowohl Piotrowski als auch Bassist Hubert Wiecek bei sexuellen Handlungen mit dem mutmaßlichen Opfer gesehen habe. Er gab eine DNA-Probe ab, Piotrowski und Wiecek verweigerten diese, Wiecek stritt sexuelle Handlungen mit der Frau ab. Auch die angeblichen Aussagen der Bandmitglieder findet ihr im Detail bei The Spokesman-Review.

Die Bandmitglieder erwarten derzeit ihre Auslieferung von Los Angeles nach Spokane. Der Anwalt der Band, Steven Graham, wiederholte seine Aussage, die Frau sei aus freiem Willen in den Tourbus gekommen und im Guten gegangen. "Decapitated werden gegen die gegen sie erhobenen Anschuldigungen ankämpfen", so Graham, "wir sind zuversichtlich, dass die andere Seite dieser Geschichte gehört werden wird." Weitere Kommentare gab er nicht ab.

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Kommentare (7)

Avatar von roland21 roland21 13.09.2017 | 10:41

Das ist jetzt nicht wirklich euer ernst oder Visions?
Euer Informationsniveau wandelt auf dem der Bildzeitung. Ich empfinde es als eine Schande, dass solche nachrichten bei euch im Newsflash auftauchen. Ist die alleinige Tatsache, dass es sich bei den Beteiligten um Bandmitglieder handelt, die Legitimation dafür, solche überflüssigen Nachrichten zu verebreiten. Zumal es sich um irgendeine merkwürdige unbekannte polnische Band handelt. Hauptsache irgendwelche Schwachsinnigen Informationen raushauen um die Seite zu füllen. Eurem Online Redakteur gehören die Löffel lang gezogen. Kotz!

Avatar von Dennis Drögemüller Dennis Drögemüller 13.09.2017 | 12:06

Hallo Roland,

ja, wir berichten über Musik und Musiker, ihre Leistungen, Aussagen und möglichen Verfehlungen.

Decapitated sind auch alles andere als eine unbekannte Band, sondern in ihrem Genre eine Hausnummer.

Wenn Informationen über Vergewaltigungsvorwürfe für dich "eine Schande", "überflüssig" und "schwachsinnig" sind, können wir dir nur dringend empfehlen, hier nicht mehr mitzulesen. Wir haben nämlich überhaupt keine Lust, dass solche Dinge unter den Teppich gekehrt oder verharmlost werden.

Grüße
dd

Avatar von BlackieDammett BlackieDammett 13.09.2017 | 12:07

Ähh roland21 - was bitte daran soll überflüssig sein? Das sind Musik-bezogene Nachrichten, die nicht wichtiger sein sollten. Denn sexualisierte Gewalt gehört angeprangert. Und je deutlicher wird, dass die Szenen, in denen wir uns bewegen, keinen safe-space darstellen, umso mehr kann man gegen solche Probleme vorgehen. Mal ganz davon abgesehen, dass Decapitated nicht nur "irgendeine merkwürdige unbekannte polnische Band" sind, solltest du vielleicht einfach diese Seiten hier meiden. Denn nur um zu lesen, was du lesen willst - dafür ist die Bildzeitung da!

Avatar von roland21 roland21 13.09.2017 | 12:25

Unfassbar was mir hier unterstellt wird und wie man das Wort im Mund verdreht bekommt. Es ist offensichtlich, dass ich nicht meinte, dass das was die Band angeblich getan hat, legitim sei. Meines erachtens gehört es einfach nicht hier hin, weil es reißerische Informationen auf Bild Niveau sind.

Natürlich ist sowas schlimm. Und natürlich gehören solche Taten bestraft. Allerdings wird nur darüber berichtet, weil die Leute eine gewisse öffentliche Aufmerksamkeit genießen. Was Hinz und Kunz in unserer unmittelbaren Nachbarschaft alles anstellen, erfahren wir auch nicht. Und zwar aus gutem Grund.

Ich kenne die Band nicht. Interessiert mich auch nicht. Ich kann nur sagen, dass das was die getan haben, die Musik auch nicht besser oder schlechter macht.

Avatar von Dennis Drögemüller Dennis Drögemüller 13.09.2017 | 13:13

Nein, Roland, das war nicht offensichtlich. Sonst wäre der Eindruck bei uns nicht entstanden.

(Sexuelle) Gewalt ist zweifellos ein Reizthema. Was am Artikel reißerisch sein soll, müsstest du aber nochmal erklären. Der Text gibt nüchtern und nur so weit wie zum Verständnis nötig Informationen aus den zitierten Gerichtsunterlagen wieder. Und lässt gut und gerne ein Dutzend dramatische Zitate aus der Originalquelle weg, um das Thema eben nicht unnötig reißerisch aufzumachen.

Avatar von Pablito05 Pablito05 13.09.2017 | 13:34

Ich kann mich Roland nur anschließen, denn der Informationsgehalt dieser Meldung lässt sich auf zwei Sätze zusammenstutzen und hat durchaus 'Bild'-Charakter. Aber egal. Aber dass euch die Kritik (seit doch froh dass sich treue Leser die Mühe machen) euch so angreift finde ich noch zweifelhafter als der Artikel an sich... Alles klar bei euch?

Avatar von Dennis Drögemüller Dennis Drögemüller 13.09.2017 | 14:49

Der Bild-Vorwurf kommt ab und an, und er ist und bleibt billig, weil undifferenziert und in der Regel nur darauf aus, das Gegenüber abzuwerten, statt sachlich Kritik zu äußern. Aber wer wirklich der Ansicht ist, zwischen uns und der Zeitung gebe es nennenswerte Schnittmengen, dem steht diese Meinung selbstverständlich zu.

Ich fand eigentlich, dass wir die recht deftige Kritik sehr sachlich beantwortet haben. Wir freuen uns tatsächlich über Kritik, Meinung-Gegenmeinung, das ist unser tägliches Geschäft - was aber nicht heißt, dass wir jede Schmähung und jede Unterstellung einfach schlucken müssen und keine Haltung zeigen dürfen.

Wo wir angegriffen geklungen haben, wüsste ich nicht. Aber auch da: Wenn du das rausliest, ist das dein Eindruck. Punkt.

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