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Street Dogs Fading American Dream

VÖ: 20.10.2006 | Label: DRT / Soulfood
Text: Oliver Uschmann
7 / 12

Die Street Dogs reanimieren mit folkigem Street Punk die Arbeiterklasse, während Duane Peters es sich überraschend gemütlich macht.

Postmoderne Gesellschaftstheorien und optimistische Mitbestimmungs-Illusionen haben den Begriff der “Klasse” weitgehend aus der Diskussion gefegt. Wer heute noch ernsthaft davon spricht, dass wir in einer Klassengesellschaft leben, wird als staubiger Steinzeitsozialist abgekanzelt, schließlich sind wir als Aktienbesitzer, Gewinnbeteiligter, Selbständiger, Freiberufler, Blogger oder Ich-AG doch alle irgendwie Teil der Chefetage. Dass dem nicht so ist, zeigen nicht nur Entlassungswellen und das neue Hartz IV-Proletariat. Wer seine Arbeitskraft verkaufen muss, um zu überleben und das eigentlich recht nervig findet, ist vorbereitet auf die alte Schule: Gewerkschaft, Arbeitskampf, Malocher-Bewusstsein, Schulterschluss. Den Sound dazu machen immer noch die Street Dogs mit hymnischem, melodischem, zugänglich produziertem Straßenpunk, der sich im (Irish-)Folk vollgesaugt hat und auf “Fading American Dream” so viele Hits versammelt, dass die Klasse der Dropkick Murphys und Bouncing Souls meist erreicht ist. Erstaunlich gemütlich geht es dagegen Skater-Legende und U.S.Bombs-Kopf Duane Peters bei seinem aktuellen Album mit den Hunns an. Der teilt sich die Gesangsarbeit mit Frau Corey Parks (Ex-Nashville Pussy), dreht das Tempo runter und mildert routiniert angepissten Street Punk mit einer flauschigen, bis tief in die 60er/70er greifenden Wolldecke aus Retro-Rock, Blondie und Velvet Underground ab. Eine charmant asoziale Art von Behaglichkeit.

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