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Silver Snakes Saboteur

VÖ: 05.02.2016 | Label: Evil Ink/Pelagic/Cargo
Text: Britta Helm
10 / 12
Silver Snakes - Saboteur

Silver Snakes bleiben die tighteste sludgig-grungige, industrial-metallische Posthardcore-Band unter der Sonne.

Dass die Genrebeschreibung nicht knackiger geht, ist aber das einzige Problem an “Saboteur”, dass knapp zwei Jahre nach “Year Of The Snake” fast noch gewaltiger durch die Dünen fährt. Die Bässe knarzen so trocken, als würden sie sich jeden Moment selbst entzünden; die Gitarren zerren und rollen alles zu Seite, weil Silver Snakes bei aller Liebe zur großen Geste keine Band für lange Umwege sind. Und wenn es doch mal droht, ausschweigend zu werden, trommelt sich die Tom hartnäckig auf der Stelle fest. Das eine Herzstück der Albums ist “Dresden”, ein unprätentiöses Epos, dessen schleppend gemurmelter Postrock über neun Minuten lang weder von gespenstischen Zeilen noch von einem tragischen Gitarrensolo aus der gefährlichen Ruhe zu bringen ist. Das andere ist “Glass”, das nur fünfeinhalb Minuten braucht, um glatte Nine Inch Nails-Referenzen mit schlammigem Alternative Rock zur spannendsten 90er-Hommage zu verwirbeln. Die anderen acht Stücke stehen dem kein bisschen nach. An “Saboteur” ist keine Sekunde verschwendet und kein Einfluss überflüssig: Silver Snakes scheinen alles gehört zu haben, was jemals schwer und kompromisslos war, und sind genau deshalb keine bloße Kopie. Die enge schwarze Lederjacke sitzt, weil es nicht um Luftigkeit geht, sondern darum, wendig, stilsicher und furchtlos zu bleiben. Und spätestens, wenn “Devotion” ausgerechnet mit seinen ruhigsten Momenten so viel Raum auf einmal greift, dass anderswo die Schwerkraft versagt, sind Silver Snakes schon wieder die beste sträflich übersehene Band aller Genres.

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