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California X California X

VÖ: 01.02.2013 | Label: Don Giovanni/Import
Text: Jan Schwarzkamp
10 / 12
California X - California X

Wenn ein paar Indie-Garagenrocker ihre Gitarren tiefer stimmen und die Verzerrer aufdrehen, kommt am Ende Bubblegum-Sludge dabei heraus.

Was man heute oft als Indie Rock bezeichnet, sind prall-poppig produzierte Tanzflächenbediener. Alle wollen nur noch wie Phoenix und Two Door Cinema Club klingen, oder holen sich gleich ordentlich Pomp ins Studio, um wenigstens irgendwie mit The Arcade Fire mitzuhalten. Dass Indie Rock aber auch ganz anders kann, beweisen seit einer Weile eine Menge toller, kleiner Bands. Bands, die den Rock im Indie noch beim Wort nehmen, die sich daran orientieren, was in den 80ern als American Underground den Punk ablöste: Hüsker Dü, Dinosaur Jr., Sonic Youth und so weiter. Nach juvenilen Emporkömmlingen wie Japandroids, Paws, Cloud Nothings, Male Bonding und The Men heißen wir nun also California X herzlich willkommen. Drei junge Männer aus Amherst, Massachusetts, die ihre Einflüsse (Dinosaur Jr., etwas Weezer, irgendwie sogar Torche) gar nicht verheimlichen wollen. Sie spielen ihren Indie Rock so laut und rumpelig wie sie nur können. “Sucker”, so der siebenminütige Auftakt der Platte, holzt und walzt und lärmt stoisch, mit jugendlichem Leichtsinn und ohne je den melodischen Haken aus den Augen zu verlieren. Überall sind dicke, verzerrte Gitarren, die alles zusuppen. Gitarrist Lemmy singt kräftig und mit etwas Hall dagegen an. Und Schlagzeuger Cool legt sich mächtig ins Zeug, damit er nicht im Feedback ertrinkt. J Mascis dürfte all das ein Lächeln abringen. Eventuell. California X fühlten sich dann bestimmt geschmeichelt. Aber vielleicht ist ihnen das auch egal. Sie haben ja sich, ihre Verzerrer und die Garage. Und in der fühlen sie sich so sicher wie Weezer auf dem blauen Album.

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