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0 Autor: Dirk Siepe

The Hellacopters - Rock & Roll Is Dead.

Rock & Roll Is Dead.

Schlauer Schachzug, den Rock'n'Roll für tot zu erklären, um ihn dann mit lässiger Geste wieder ins Leben zurückzuholen. Reanimation geglückt.

Nick Royale und seine Hellacopters geben wieder Gas. So rasant und knackig rockten die Schweden zuletzt vor zehn Jahren, als sie mit "Supershitty To The Max" einen mit Rotz, Schweiß und Diesel betriebenen Sechzehntonner von einem Album auf die Straße des Rock wuchteten. Den Rotz haben sie sich im Laufe der Jahre bekanntlich abgewischt, doch haben sie wieder Spaß an ungezügeltem Punkrock ("Bring It On Home"), ohne deshalb auf soulig-schmachtende Background-Vocals ("Leave It Alone") zu verzichten. Aber für Motown-Sound und ähnliche Vorlieben hat Frontmann Nick ja The Solution und seine tausend anderen Projekte. Nein, die Hellacopters sollen rocken und für Adrenalin-Ausstoß im Kopf sorgen. Und das tun sie: Der Opener "Before The Fall" ist eine überkandidelte Boogie-Surf'n'Roll-Rakete, quasi "Surfin' USA" auf einer Testosteron-Welle, und "I'm In The Band" ein Maximum-R&B-Kracher, bei dem Stillsitzen zur Unmöglichkeit wird. Für einen respektablen Hit ist mit "Everything's On TV" ebenfalls gesorgt. Dazwischen haben gar Honky-Tonk-Schmachtfetzen und Southern-Rock-Anleihen Platz, aber das Gute an den Hellacopters ist ja bekanntlich gerade ihre unnachahmliche Art, noch aus den abgedroschensten Akkordfolgen – vergleiche das programmatisch betitelte "Nothing Terribly New" – mitreißende Rock'n'Roll-Heuler zu stricken, die einfach Spaß machen. Auch eine Möglichkeit, den Rock'n'Roll zu retten.

Bewertung: 10/12
Leserbewertung: 10.3/12

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