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0 Autor: Ingo Neumayer

Billy Idol - Devil's Playground

Devil's Playground
  • VÖ: 21.03.2005
  • Label: Sanctuary/Rough Trade
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 145

Die FCKW-Schicht stöhnt, die Kinder der Achtziger freuen sich: Billy Idol, Steve Stevens und die Definition von Poprock sind zurück.

Eine hochgezogene Oberlippenhälfte und sechs gute Songs – das war alles, was Billy Idol in den Achtzigern zu bieten hatte. Immerhin: Es reichte zum veritablen Poplegendenstatus, der auch nach 20 Jahren Dürre noch funktioniert. Ob die ganzen Alternative-Anfangsdreißiger dankbar sind, dass er es war, der ihnen einen Hauch davon vermittelte, was Punk ist? Wahrscheinlich, denn gerade in dieser Altersklasse strahlten so einige Augen nach Ankündigung dieses Albums. Idol holte sich hierfür Steve Stevens, den coolsten Sidekick nach Silent Bob, zurück, und auch das Prinzip, eine Platte mit den Knallern zu eröffnen und dann nach und nach den Ausschuss aufzufahren, wurde beibehalten. "Super Overdrive" ist der perfekte Here-I-Go-Again-Einstieg mit viel Schmackes und wenig Hirn, "World Coming Down" flotter Punkrock, Bauart 2005, wie ihn die Herren Lord-Alge gut und gern umsetzen. Und "Rat Race", die beste Nummer des Albums, glänzt mit gediegener Powerrock-Atmosphäre und tollem Refrain. Doch die Abgründe folgen auf dem Fuß: "Sherri" erinnert an das Blondie-Comeback Ende der Neunziger, "Lady Do Or Die" will Country, wird aber nur Pseudo, und wenn man die peinliche Humbug-Nummer "Yellin’ At The Xmas Tree" hört, bei der allen Ernstes Glockengeläut und Rudolf-das-Rentier-Referenzen erklingen, fragt man sich, ob es wirklich eine so gute Idee von Idol war, mit den Drogen aufzuhören und sich seiner Familie zu widmen. Am Ende bleiben sechs gute Songs. Immerhin: Das sind mehr als damals auf "Rebel Yell".

Bewertung: 6/12
Leserbewertung: 8.0/12

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