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0 Autor: Ingo Neumayer

Metallica - Some Kind Of Monster

Some Kind Of Monster

"This is not a concert movie. This is not 'behind the music'. This is something else." Der Trailer hat recht. Näher als hier kam man noch nie an eine Band dieser Größe ran.

Ob "Some Kind Of Monster" wirklich als Authentizitätswiederhersteller geplant war, den Metallica nach dem Napster-Imagedisaster und vier nicht wirklich wertvollen Platten bitter nötig hatten? Wir werden es nie erfahren. Das Ergebnis jedenfalls ist brillant: Der Zuschauer wird hautnah Zeuge, wie eine Band zerfällt, ohne dass es den Mitgliedern wirklich bewusst ist - bis sie mit großen, ungläubigen Augen dastehen wie Kinder, die gerade ihr Bauklotzhochhaus umgeworfen haben. Nach den Schuldzuweisungen kommt die Selbsterkenntnis, und schließlich raufen sich die ganzen großen Egos wieder zusammen. Ein Film, für dessen Genuss man keineswegs Metallica-Fan sein muss und den man sich gerne ein zweites Mal ansieht. Zumal das Bonusmaterial kaum Wünsche offen lässt. So gibt es zwei Audiokommentare, der eine von den Regisseuren, der andere von der Band selbst. Während Berlinger und Sinofsky interessante Fußnoten Preis geben zur Entstehungsweise des Films, sind Hetfield, Ulrich und Hammett eher maulfaul. Bei heiklen Szenen wie der, wo Hetfield türenknallend das Studio verlässt, flüchten sie sich in Komik und Sarkasmus. In manchen Momenten jedoch funktioniert der Kommentar wie ein Röntgengerät in der Peepshow. Zum Beispiel in der Mustaine-Szene, wo der Megadeth-Mann zugibt, dass er es immer noch nicht ertragen kann, wenn ein Metallica-Song im Radio läuft. Ulrich erzählt hier, wie er Mustaine nach dem Gespräch in dessen Hotel zurückfährt. Er macht das Radio an, und es läuft "For Whom The Bell Tolls". Unangenehmes Schweigen. Also schnell den Sender gewechselt. Und was spielt die nächste Station? Richtig: "Enter Sandman"… Auch die Zusatzszenen können sich sehen lassen: Insgesamt 40 Stück gibt es, und im Gegensatz zu den Schnipseln, die man bei Spielfilmen oft geliefert kriegt, stellen fast alle davon wirkliche Ergänzungen dar, die minutenlang weitere Aspekte beleuchten. Urkomisch etwa ist die Szene, wo Produzent Swizz Beatz und seine Gangstarap-Kollegen ins Studio kommen mit der wahnsinnig innovativen Idee, über Metalriffs zu rappen und dort albern rumspacken. Oder man sieht die Totenkopfsammlung in Kirk Hammetts Haus, das nicht nur dem Zuschauer neu ist - auch Hetfield ist offensichtlich ein seltener Gast bei seinem Bandkollegen. Auch das weitere Bonusmaterial wie Premierenhighlights, Pressekonferenzen und ein Interview mit der Band über den Film ist durchweg interessant bis spannend, und so ist das Urteil schnell gefällt: einer der besten Musikfilme aller Zeiten.

Sprachen / Tonformate: englisch / DD 5.1
Untertitel: englisch, arabisch, bulgarisch, deutsch, polnisch, rumänisch, tschechisch, türkisch, ungarisch
Bild: 4:3
Extras: Zwei Audiokommentare, 40 zusätzliche Szenen, Interview mit Metallica über den Film, Highlights von Premieren und Festivals, Trailer, Video

Leserbewertung: 11.0/12

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