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0 Autor: Quintus Berger

Saliva - Survival Of The Sickest

Survival Of The Sickest

Endlich kein Gerappe mehr. Wenn sich der Ami-Fünfer jetzt nur noch davon verabschieden könnte, ständig die Macho-Muskeln spielen zu lassen.

Die brachialen Eröffnungsstücke "Rock & Roll Revolution" und "Bait & Switch" deuten es an: Nach dem Flop ihres letztjährigen, zweiten Major-Werks "Back Into Your System" wollen Josey Scott & Co. es jetzt um jeden Preis wissen. Dazu nehmen die Amerikaner in ihren zwar tumben, aber äußerst kämpferischen Texten kein Blatt mehr vor den Mund. Gewettert wird gegen die Musik-Industrie, alle "Nicht-Rocker", die Dixie Chicks und wessen Nase Scott auch immer gerade nicht zu passen scheint. Dabei sind die Kraftmeiereien gar nicht nötig. Gerade die ruhigeren bzw. vielschichtigeren Passagen stehen Saliva nämlich deutlich besser zu Gesicht als stumpfes Gebretter. Dies beweisen sowohl die selbst nach wiederholtem Genuss nicht langweilig werdende Halbballade "No Regrets (Vol. 7)" als auch das epische, fast schon in Creed-Fahrwasser vorstoßende "Open Eyes". Dazu begeistern die auf Fotos stets finster dreinblickenden Herren mit "Razor’s Edge", einem stark an Lynyrd Skynyrd erinnernden Duett mit 3 Doors Down-Frontmann Brad Arnold am Gastmikro, sowie den melodischen Parts des Knüppeltracks "No Hard Feelings". Am Ende ist "Survival Of The Sickest” zumindest ein definitiver Fortschritt zum halbgaren Vorgänger – hat man doch endlich die überflüssigen Rap-Elemente über Bord geschmissen. Bleibt zu hoffen, dass die Band beim nächsten Versuch noch konsequenter vorgeht, sich allein auf ihre wahren Stärken verlässt und die Hormon-induzierten Lärmanfälle anderen überlässt.

Bewertung: 6/12

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