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0 Autor: Oliver Uschmann

Fettes Brot - Am Wasser gebaut

Am Wasser gebaut
  • VÖ: 21.03.2005
  • Label: Fettes Brot GmbH/Indigo
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 146

Wir wussten eigentlich, dass Fettes Brot die Guten sind, doch diesmal haben sie ein Bedürfnis, es überdeutlich zu betonen.

In Tracks wie "Falsche Entscheidung" oder "Die meisten meiner Feinde", in der Wahl des

Albumtitels und sogar im Nachwort verteidigen sie ihren musikalischen Entwurf und ihre

Aufrichtigkeit gegen die elitäre Schrebergartenmentalität der Puristen und den "rüden

Materialismus" der heutigen HipHop-Welt. Musikalisch schlägt sich dieser

Abgrenzungswille in einem maximalen Anteil von R'n'B, Soul, Pop, Gesang und Melodie

nieder, um die der Sprachfluss herum fließt und wie immer mit Wortwitz, Anspielungen,

Flow und einer grundguten Haltung überzeugt. Jene entspricht sicher nicht den

Ansprüchen des örtlichen Marx-Lesekreises, ist aber gleichwohl ein paar

Aufklärungsstufen weiter als das Alphamännchen-Gebalze des Gangster-Rap. Außer dem

massiv pumpenden "Lauterbach" und dem Spielmannszug-Gassenhauer "Emanuela" treibt die

Platte musikalisch sehr entspannt durch Gefilde, in denen auch schon Max Herre, Clueso

oder die FK Allstars ein Bäumchen gepflanzt haben. "Am Wasser gebaut" ist "Lover's Rap"

und bei weitem noch mehr Sprachkultur, als Viele der Popmusik erlauben wollen. Das

Statement ist laut, die Töne eher leise und auch wenn man sich häufig mehr Kante

wünscht, ist das genau die Platte, die in der Evolution des Brotes an der Reihe war.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 8.0/12

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