Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Christian Kruse

Sick Of It All - Scratch The Surface

Scratch The Surface
  • VÖ: 01.01.1994
  • Label: WEA
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 82 - Schönheit der Ausgabe

Die beliebteste und erfolgreichste HC-Band der Neunziger mit ihrem besten Album - und das auf einem Major...

Ein Klassiker in einer Reihe von Klassikern. „Scratch The Surface" ist hier nur stellvertretend für eigentlich alle Alben der vielleicht wichtigsten HC-Band der Neunziger zu sehen. Egal, ob das rohe Debüt „Blood, Sweat & No Tears", das in der ersten Crossover-Hochzeit 1992 erschienene „Just Look Around", das auf „Scratch The Surface" folgende und sträflich unterbewertete „Built To Last" oder das kürzlich veröffentlichte „Call To Arms" - Sick Of It All ist eine der wenigen Bands, die man in jeder Sekunde immer und sofort erkennt. Eine sichere Bank für „Wetten, dass..."-Kandidaten. „Scratch The Surface" aber stellte die Weichen für das NY-Urgestein neu, denn hier handelt es sich um das für den weiteren Verlauf der SOIA-Karriere wichtige Major-Debüt. Um allen Sell Out-Rufen entgegentreten zu können, verzichtete man sowohl auf große Produktionsbudgets als auch auf die überwachende Hand eines Produzenten, der der Band vielleicht ein Gesicht hätte verpassen können, das ihr so gar nicht in den Kram passte. Man nahm vielmehr alle Fäden selbst in die Hand, schaffte damit eine angenehm ungeschliffene Atmosphäre und konnte sich auch weiterhin mit dem ‘Revelation’-Unterlabel ‘Equal Vision’ als Vinyl-Heimbasis die Szeneverbundenheit erhalten. Die Songs auf „Scratch The Surface" decken dann auch die ganze Bandbreite dessen ab, was auch Riesenfestivals wie dem Dynamo Open Air zum größten Moshpit seiner Geschichte verhalf: schnelle, prägnante Wutpakete der Marke „No Cure", gnadenlos groovende Midtempo-Granaten wie „Maladjusted", und erstmals und wahrscheinlich durch Neuzugang Craig Ahead Setari veranlasst, der bis dahin für Agnostic Front den Bass durch die Gegend rollen ließ, eine deutliche Hinwendung zum hymnenhaften Oi!-Punk, die sich hier in d.e.r. SOIA-Livebank „Step Down" niederschlägt und in dessen Tradition später auch „Us Vs. Them" und „Call To Arms" zu sehen sind. Zusammengefasst: Wer vom Hardcore der Neunziger Jahre spricht, kommmt an Sick Of It All und dieser Platte auf gar keinen Fall vorbei.

Leserbewertung: 8.2/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.