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0 Autor: Ingo Neumayer

Moby - Hotel

Hotel

Little idiot gets big boring.

Die Verwertungskette hat sich verschoben. Früher produzierte Moby Popsongs, die sich im nächsten

Schritt prima für Werbezwecke einsetzen ließen. Heute klingt es bei ihm zunehmend nach Bank, Auto

und Turnschuh auf den Leib geschriebenen Commercial-Soundtracks, die irgendwie auch noch ein

bisschen Pop-Appeal haben: funktional, perfekt ausgeführt, doch leider ziemlich seelenlos. Wobei

man letzteres durchaus wörtlich nehmen darf. War es auf den letzten Platten eine von Mobys großen

Stärken, in scheinbar bodenlosen Sample-Kisten verschollene Soul-Gesänge auszugraben und neu

aufzubereiten, erhebt sich auf "Hotel" überwiegend sein eigenes Organ. Und das ist leider begrenzt

und nicht besonders ausdrucksstark. Der Refrain von "Beautiful" etwa bettelt förmlich um eine

voluminöse Frauenstimme, doch alles, was man bekommt, ist die schmale Skala des kahlen Maestros,

der auch musikalisch wenig neue Ideen zu bieten hat: moderner Synthiepop mit stellenweise

erstaunlich simplen und anspruchslosen Effekten. Immerhin passt der Albumtitel. Der Flur zieht sich

endlos hin, das Zimmer ist sauber und aufgeräumt, und am übernächsten Abend ist alles, woran man

sich erinnern kann: In der Minibar fehlte der Wodka.

Bewertung: 4/12
Leserbewertung: 7.0/12

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