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0 Autor: Ingo Neumayer

Agnostic Front - Another Voice

Another Voice
  • VÖ: 22.11.2004
  • Label: Nuclear Blast/Warner
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 141

Eine Legende im Legoland: Agnostic Front basteln mit Hilfe des Baukastenprinzips ein neues Album zusammen. Immerhin: Die Klötze sind die eigenen.

Ist "Another Voice" ein Selbstplagiat? Na klar. Was aber nicht weiter stört – diese Falle können schließlich die wenigsten Punkrock/HC-Bands umgehen, die seit den 80ern aktiv sind. Wenn man aber droht, zur Selbstparodie zu verkommen, ist Vorsicht angebracht. Agnostic Front erinnern ja schon seit längerem an eine NYHC-Version von Spinal Tap, so extrem wie hier war es allerdings noch nie: Roger Miret klingt, als nähme er Gesangsunterricht bei seiner Dogge und hätte dabei noch ein Pfund kochendheißen Kartoffelbrei im Mund – er be-tont wirk-lich je-de Sil-be in je-dem Wort und sorgt so für den ein oder anderen unfreiwilligen Lacher. Und das, wo sie das alles doch so ungemein ernst meinen. Songtitel wie "Hardcore (The Definition)", "Pride, Faith, Respect" oder "It's For Life" machen ziemlich schnell klar, dass die Themen so begrenzt wie der Wortschatz sind. Zudem fällt auf, dass sich Agnostic Front soundtechnisch stets an ihre aktuelle Labelheimat anpassen. Die letzten Alben auf 'Epitaph' hatten durchaus ihre Punkrock-Momente (remember "Gotta Go"), nun bei 'Nuclear Blast' geht es wieder deutlich metallischer, unmelodischer und grooviger ans Eingemachte. Vielleicht wollen die Herren Miret, Stigma & Co. anhand des aktuellen Metalcore-Booms einfach mal wieder zeigen, wem das alles zu verdanken ist. Der Respekt ist ihnen zumindest sicher – auch wenn selbst Grobmotoriker wie Hatebreed (deren Sänger Jamey Jasta hat übrigens mitproduziert) längst besser spielen können.

Bewertung: 5/12
Leserbewertung: 9.0/12

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