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0 Autor: Stefan Layh

Guttermouth - Eat Your Face

Eat Your Face

Guttermouth sind ein Treppenwitz, Mark Adkins der Stand-Up-Comedian des SoCal-Punk. Im achten Anlauf wird die Büttenrede musikalisch reifer und inhaltlich steifer.

Hallo ihr Sinnapostel, Tiefschürfer, Dichter, Denker und Dickbrettbohrer – das hier ist euch gewidmet, aufgetischt von Mark Adkins. Der inzwischen achte Gang heißt "Eat Your Face", lasst es euch schmecken! Der Ober trägt 13 Häppchen Punkrock an, geht aber nicht weiter, ohne satt auf das Angerichtete zu rotzen. Zuletzt stand Guttermouths "Gusto" (2002) ja nach Experimenten – hier eine Country-Einlage, dort ein wenig Elektro. Zwei Jahre später sieht die Sache anders aus, alles beim ganz Alten. Guttermouth trafen sich in Huntington Beach, jeder brachte so viel Dosenbier und Klaren mit, wie er tragen konnte. Tagsüber hauten sie alles weg, im Sonnenuntergang sang Adkins ein paar ironische und politisch unkorrekte Zeilen und machte sich lustig. Über das in Punkkreisen ersehnte Zweiparteiensystem zum Beispiel ("Party Of Two"), über bis zum letzten Atemzug quengelnde Nachbarskinder ("My Neighbor's Baby") und trendige Wellenreiter ("Surfs Up Asshole"). Dazu spielte seine Band meist rapiden, manchmal rockigen und immer kalifornischen Punk. Aber: Adkins Scherze beißen nur selten fest zu, dafür fasst "Eat Your Face" musikalisch manchmal. "Season" und "Ticket To Quebec" sind catchy, mehr noch "The Next Faux Mohican", das indes ohne diese lästige Teenager-Tragödie von Puddle Of Mudd nicht da wäre. Dass Guttermouth auch im Studio saufen, bezeugt die am Ende versteckte Karikatur eines Club-Songs. War alles schon mal witziger.

Bewertung: 6/12

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