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0 Autor: Stefan Layh

Pedro The Lion - Achilles' Heel

Achilles' Heel

David Bazan hat seine trüben Lieder weiter abgespeckt. Übrig sind Knochen, Haut und schmerzlich viel Seele. Ein kleiner Geniestreich zwischen Indiepop, Emo und Country.

Die Predigt ist vorüber. Bloß nicht wieder ein Jahr lang über allem brüten, nicht an der eigenen Kunst verkrampfen. Noch eine krude Kopfgeburt wollte David Bazan sich und seinen Zuhörern nicht zumuten. Der rundliche, bärtige Mann aus Seattle ist nicht der Kopf, das Hirn und Herz von Pedro The Lion. Nein, er ist Pedro The Lion – mehr als 30 Mitmusiker haben auf den bislang drei Platten seiner "Band" für eine Handvoll Töne mitgewirkt und verschwanden wieder. Mit "Achilles' Heel" will sich Bazan nach zwei Konzeptalben von den selbst auferlegten Zwängen befreien. Nun ist jeder Song mehr Episode denn Kapitel. Nach wie vor melancholisch und schwer, immer noch rührt der übersehene Meister seinen Finger in seinen, meinen, deinen Wunden. Still und leise hat sich an der Gefühlsfront aber ein "vielleicht" neben das resignative "nein" geschlichen. "Die Leute sollen die Freude hören“, sagt Bazan, die er und sein multiinstrumentaler Kollege TW Walsh mit diesem reduzierten Indie-Pop hatten. An die Seite getreten sind die Synthie-Linien, "Achilles' Heel" fusst gänzlich auf variablem Schlagzeug und zumeist ruhigen, manchmal seltsam frohlockenden Gitarren. Nur in löchrige LoFi-Decken gehüllt, fühlen sich diese elf eindringlichen Songwriter-Stories unglaublich warm an. So minimalistisch und doch so groß.

Bewertung: 9/12

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