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0 Autor: André Boße

J S Plain Band - Colour Of Today

Colour Of Today

Schwedens neue Visitenkarte in Sachen Country-Pop: Sechs Mann aus Göteborg mit Sinn für feine Hooklines und schnörkellose Melodien.

Gerne erzählen uns passionierte Skandinavien-Urlauber, dass das Radioprogramm in Europas Norden unschlagbar sei. Wir haben das manchmal nicht geglaubt und heimlich gedacht, sie hätten sich beim Blick auf traumhafte Natur einfach nur Ace Of Base schön gehört. Diese musikalische Postkarte aus Göteborg ist jedoch ein schlagkräftiger Beweis gegen jegliches Misstrauen. Im Sommer 2002 tönte der "New Song Of Spring" von J's Plain Band aus allen Boxen. Die Spatzen, so hört man, pfiffen die Melodie von den schwedischen Dächern. Und tatsächlich: Fröhlich, melodiös und ungefährlich, aber doch trickreich und gekonnt, pendelt das Stück zwischen Pop, Beat und Country. Ein Hit, ohne Zweifel. Nun legt das junge Ensemble sein erstes Album vor, und die Sammlung hält das Versprechen. Zwölf Stücke, souverän komponiert und ohne Sinn für Schräglagen. Der sehnsüchtige Blick von Songwriter Jörgen Hallberg geht über den großen Teich: Wie bei den ähnlich gesinnten Landsmännern Isolation Years oder Kristofer Aström schwingt in Komposition und Arrangement viel Bewunderung für den klassischen Westcoast-Sound oder Country mit. Ehrensache, dass Hallberg die Silben dehnt, bis alles Europäische aus seinen Worten entfleucht ist. Zwischen den allesamt guten Songs finden sich zwei weitere Mixtape-Kandidaten für den nächsten Ausflug im Volvo: "Do You Believe" hat die schönste Melodie, "Mother Kerstin Street" lässt gar an die Brillanz von Elliott Smith denken, und stimmt nach dessen Tod gleich doppelt melancholisch.

Bewertung: 9/12

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