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0 Autor: Kai Winn

The Datsuns - Outta Sight/Outta Mind

Outta Sight/Outta Mind
  • VÖ: 07.06.2004
  • Label: V2/Rough Trade
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 135 - Schönheit der Ausgabe

Der Titel ihres zweiten Albums ist pure Koketterie. Diese sexy swingin' Rock-Nummern werden dafür sorgen, dass sich die Neuseeländer in aller Munde, Herzen und Hirne befinden.

Zur Erinnerung: Ihr Debüt war 2002 weitaus mehr als ein Achtungserfolg, der nicht nur im britischen Blätterwald Begeisterung hervorrief, sondern auch außerhalb des Commonwealth Beifall erntete. Für Zeitzeugen der frühen Rockgeschichte war es dann ein Leichtes, mit dem Finger des Plagiatvorwurfs auf die Lieblinge der Nationen zu zeigen. Allerdings waren die Newcomer in jeder Sekunde ihres Steigflugs größer als der um sie entfachte Hype. Geändert hat sich an diesen Rahmenbedingungen nichts. Auch auf "Outta Sight / Outta Mind" veredeln die Datsuns das musikalische Erbe von Jimi Lizzy und Deep/DC - und das wieder einmal absolut gekonnt! Denn nach wie vor ist die Selbstverständlichkeit und Stilsicherheit, mit der die jungen Musiker zu Werke gehen, schlichtweg begeisternd. Leicht, ganz leicht scheint ihnen das Songwriting von der Hand zu gehen. Doch halt! Die Datsuns schreiben keine Songs, sie fliegen ihnen zu. Nicht nur musikalisch, sondern auch personell zeigen sich die Datsuns ihren Vorbildern gegenüber gänzlich distanzlos: Als Produzenten konnten sie den Led Zeppelin-Basser John Paul Jones verpflichten. Der schaffte es, die ungestüme Natürlichkeit der Songs durch das Nadelöhr der Mikros, Kabel und Presswerke hindurch am Leben zu halten. Folglich klingt "Outta Sight / Outta Mind" durch und durch organisch: Die Drums atmen beim Poltern, die Gitarren schneiden bissig, ohne harsch zu plärren. Der Opener "Blacken My Thumb" ist das wildeste Karussell auf dem diesjährigen Rock-Rummel, "Messin' Around" zückt die unbarmherzige Riff-Machete, "Hong Kong Fury" riskiert einen unverhohlenen Blick in die 70er-Disco, "What I've Lost" ist die nachdenkliche Atempause für den ansonsten fast pausenlos tobenden Derwisch Dolf Datsun, bevor "You Can't Find Me" das ersehnte Wiederhören mit den sexy Backing-Vocals des Debüts bringt. Apropos: Allzu weit entfernen sich die Datsuns nicht von ihrem Erstling. Alle Zutaten kennt man von 2002 - und, ja, natürlich auch von 1968 und 1976. Auf diesem Höchstniveau kann es jedoch keinen faden Aufguss geben.

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