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0 Autor: Dirk Siepe

Velvet Revolver - Contraband

Contraband

Perfektion ist eine feine Sache, nur ohne Gefühl nicht viel wert. So heißt es auch für die Supergroup des sleazy Alternative-Rock: Pflicht erfüllt, Kür geflissentlich ausgelassen.

Gleich beim Opener "Sucker Train Blues" weiß man, wie Velvet Revolver die Sache angehen: betont obercool, immer eine Hand in der Hosentasche. Natürlich rockt das schön heavy, Slash lässt mächtig die Saiten quietschen und dazwischen gibt es mal verzerrte Vocals und einen langgezogenen Refrain, den sich auch ein Volltrunkener merken kann. Und so geht es munter weiter, mit dem rhythmisch riffenden Straßenrocker "Do It For The Kids" und dem kräftig malmenden "Big Machine". Das Manko dieser Platte bzw. der Band hat sich hier längst offenbart: Das ist alles megabombastisch und perfekt auf den Punkt gespielt und produziert, aber hier fehlt die ungezügelte Energie von "Appetite For Destruction" genauso wie die Experimentierfreude der Stone Temple Pilots und das Feeling, das Weiland auf seinem Soloausflug "12 Bar Blues" an den Tag legte. Bei "Headspace" deutet er immerhin an, über welch großartige Stimme er verfügt – wenn er nur wollte, könnte er glatt einem Mark Lanegan das Wasser reichen. Aber anscheinend will er nicht, selbst die drei unvermeidlichen Balladen fordern ihn nicht zu Höchstleistungen heraus. "You Got No Right" und "Loving The Alien" gehen gerade noch in Ordnung, aber das schlimme "Fall To Pieces" lässt jegliches Gefühl vermissen und ist einer solchen Band schlicht unwürdig. Immerhin sind "Superhuman" und "Set Me Free" halbwegs originell arrangiert und die erste Single, das authentisch nach alten Alice In Chains klingende "Slither" zündet auf Anhieb. So ist denn "Contraband" alles andere als ein schlechtes Album, aber an den Erwartungen gemessen doch eine herbe Enttäuschung.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 8.0/12

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