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0 Autor: Dirk Siepe

Placebo - Without You I'm Nothing (Platten der Neunziger)

Without You I'm Nothing (Platten der Neunziger)

Schon das selbstbetitelte Debüt war eine ausgesprochen gutes Album, aber für den Durchbruch brauchte es hierzulande doch dieses Meisterwerk.

Jetzt mussten auch die letzten ihre Zweifel ablegen, dass hinter Brian Molkos Schminke mehr steckt als nur ein paar Zufallstreffer wie "Nancy Boy", "36 Degrees" oder "Bruise Pristine". Und siehe da, die zweite Platte räumte unsere Basic Division so souverän ab wie kaum ein anderes Werk zuvor. Gründe hierfür finden sich viele, doch ein ganz wichtiger ist die atmosphärische Homogenität. "Without You I'm Nothing" kann einen von der Klippe stürzen oder vor dem Abgrund bewahren. Es kann einen zum Schmunzeln bringen mit Textzeilen wie „A friend in need is a friend indeed/ a friend with weed is better" ("Pure Morning") oder in tiefste Melancholie versetzen mit elegischen Hymnen wie "The Crawl". Man kann abrocken zu "You Don't Care About Us" und "Every You Every Me" oder in schwermütigen Klangwelten wie "My Sweet Prince" in sich zusammensinken. Dieses Album ist ein vollkommenes Ganzes, ein Kleinod großen Songwritings, eine gekonnte Gratwanderung zwischen Glam-Klischee und Genie, Kurzum: ein Album, das man nur lieben oder ignorieren kann. Und hat man es einmal in sein Herz geschlossen, hat man einen Freund und Begleiter für die Ewigkeit.

Leserbewertung: 11.0/12

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