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0 Autor: Dirk Siepe

Stiff Little Fingers - Guitar And Drum

Guitar And Drum

Auch nach einem Vierteljahrhundert kann eine Band noch frisch und hungrig klingen. Vier Jahre nach dem zwiespältigen "Hope Street" zeigen die Stiff Little Fingers wieder Biss.

Jeder, der "High Fidelity" gesehen hat, dürfte sich an diese Szene erinnern: Dick erklärt seiner späteren Flamme Anna, die großer Green Day-Fan ist, was die Bestandteile im Sound des Trios aus Berkeley sind – The Clash und Stiff Little Fingers. Als er dann das SLF-Debüt "Inflammable Material" von 1979 auflegt, fragt natürlich gleich die Nächstbeste im Plattenladen: "Hey, ist das die neue Green Day?" Dabei wurde die irische 77er-Punk-Legende früher selbst schon immer zu Recht mit The Clash verglichen, was Green Days Einflüsse recht eindimensional erscheinen lässt. Aber egal, SLF hatten und haben mehr zu bieten als ihre viel zu lange Anti-Kriegs-Hymne "Johnny Was" und den Smasher "Tin Soldiers". "Can't Get Away With That" zum Beispiel, das an The Jam zu besten Zeiten erinnert, oder das Ruts-mäßige "Be True To Yourself" und "Best Of Fools", das ein wenig nach Slade klingt, bevor jene sich mit "My Oh My" dem Hitparaden-Niveau anpassten. All die Vergleiche hier haben selbstredend nur veranschaulichenden Charakter, ihre Originalität müssen die Fingers nun wirklich nicht mehr beweisen, und wer so viele Nachfahren inspiriert hat... – siehe oben. Also genug der fremden Namen, die neuen Songs sprechen für sich. "Still Burning", "Walkin' Dynamite" oder "High & Low" sind energiegeladene Midtempo-Punkrock-Hymnen, wie sie auch 20-jährige Rotznasen kaum glaubwürdiger rüberbringen könnten. Und so eine unsäglich sentimentale Ballade wie "Dead Man Walking" lässt man Briten im fortgeschrittenen Alter dann auch noch durchgehen, wenn man gleich im Anschluss mit einem Kracher wie "Empty Sky" entschädigt wird.

Bewertung: 8/12

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