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0 Autor: Andreas Kohl

Iggy Pop - Skull Ring

Skull Ring

Lederstrumpf Iggy als Jäger und Sammler: Auf Jagd nach Credibility, die er nicht nötig hat, präsentiert er ein stilistisch durchwachsenes Sammelsurium.

Nach den eher missglückten Ausflügen ins Hartwurst-Fach mit "Beat'Em Up" besinnt sich die agile Mumie auf die Frühjahre ihrer Karriere und reanimiert doch tatsächlich die Asheton-Brüder für eine Kollaboration. Ob es fehlende Chuzpe oder Realismus war, die ihn dazu verleitet haben, das Ganze nicht unter dem Namen Stooges laufen zu lassen, weiß man nicht. Und es tut eigentlich auch nichts zur Sache, denn die vier Songs dieses Kollektivs nehmen gerade mal ein Viertel der Platte in Anspruch, sind aber doch die unbestrittenen Highlights. Vor allem der Opener "Little Electric Chair" lässt Erinnerungen an die Glorydays der Protopunks wach werden, während Iggy mit "Skull Rings" dichter an David Bowie ist als jemals zuvor. Apropos Punk: "Skull Ring" versucht den Blick aus verschiedenen Richtungen auf eben jenen zu richten. Hier die Kollaboration mit den Behelfspunks von Sum 41, bekannt aus Funk und Fernsehen, dort ein paar Songs mit den Hypepunks Green Day und zu guter Letzt noch zwei Tracks mit Gender-Punk-Chanteuse Peaches. Der Rest eingezimmert mit seiner Backing Band, die ab sofort unter dem Namen The Trolls firmiert. Dabei vergaloppiert sich die Ikone schon mal in Über-Ambition, obwohl wir doch alle wissen, dass er es immer noch drauf hat. Am Ende des Tages ist "Skull Ring" aber ein abwechslungsreiches Spätwerk des Meisters mit immer noch genügend Hits, um Zweifler auf die Bretter zu schicken.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 7.0/12

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