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0 Autor: Hanna Baumgart

Ed Harcourt - From Every Sphere

From Every Sphere

Das zweite reguläre Album eines Briten, der mit seinem düsteren Gesinge schon die ganze Insel verrückt gemacht hat.

Geister, Monster, Ungeheuer: nehmt euch in Acht. Hier kommt einer, der euch das Fürchten lehren wird. Er spuckt keinen giftigen Schleim, rasselt nicht mit Ketten und kann auch keine Gegenstände durch die Luft fliegen lassen. Ed Harcourt sitzt einfach nur an seinem Klavier, spielt wie besessen, und singt von allzu Menschlichem. Von der Liebe und vom Verlassenwerden, vom ganz normalen Irrsinn und der Angst, die Kontrolle zu verlieren. Mehr ist es gar nicht. Aber es reicht. War das erste reguläre Album "Here Be Monsters" noch bestimmt von niedlich-naiven Knetmonster-Songs, ist "From Every Sphere" ein schier unbezwingbarer Dämon. Ein kompaktes Etwas, das mit Appetit an Tom Waits, den Eels, Grandaddy und Beck nagt. Harcourts Stimme nimmt gefangen, so düster ist sie, grob und faszinierend. Seine Songs stehen dem nicht nach, lassen sich nicht in gängige Genres pressen. Folk, Jazz, Rock, Psychedelic - kein Kompass kann sicher durch diese dunklen Landschaften navigieren. Und doch ist Harcourt vor allem ein Singer/Songwriter. Einer, der schreibt, um sein Publikum mit seinen sehr persönlichen Geschichten einzufangen. "I'm not post-modern just a man who can bark / and bite with teeth that leave a mark", singt er in "Jetsetter". Recht hat er. Hat man sich einmal beißen lassen, trägt man die Wunde mit Stolz, entdeckt masochistische Züge und will mehr.

Bewertung: 9/12

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