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0 Autor: Ingo Neumayer

Guano Apes - Walking On A Thin Line

Walking On A Thin Line

Keine peinlichen Lowlights wie in der Vergangenheit, aber eben auch keine richtigen Höhepunkte - die Guano Apes gehen den Weg der lauwarmen Mitte.

Wohl kaum eine Rockband hat sich in den letzten Jahren so sehr im Kampf ums goldene Fettnäpfchen hervorgetan wie die Guano Apes - von „Lords Of The Boards“ über „Dödel Up“ bis zu „Kumba Yo“ hatte man von Mal zu Mal weniger Hemmungen, im Niveauschacht immer weiter nach unten zu düsen, bis das selbst ausländischen Künstlern wie Mike Patton auffiel. Nun scheint man sich in Göttingen besonnen zu haben, denn peinlich ist an „Walking On A Thin Line“ gottlob nichts. Das Album lässt einen vielmehr auf ganzer Linie (von wegen „thin line“) kalt und verursacht keine Gefühle des Fremdschämens, sondern lediglich latente Gähnattacken - die allerdings auf durchgehend hohem Niveau. Denn musikalisch ist der Band wenig anzuhaben, und auch Produzent Fabio Trentini holt raus, was rauszuholen ist. Man fragt sich eben nur, warum die Guano Apes überhaupt Musik machen? Denn zu sagen haben sie wenig bis nichts - das gilt sowohl für die Texte, als auch für die Songs. Es ist nicht das Können und wahrscheinlich auch nicht der Willen, sondern es sind die Ideen, die hier fehlen. Das Gefühl, dass hier jemand richtig und von ganzem Herzen will, so wie das noch bei Songs wie „Open Your Eyes“ der Fall war, fehlt hier völlig. Fast alles wirkt bemüht und verkrampft, locker ist hier höchstens die Schraube von Bassist Stefan Ude, der etwas zu oft den Saiten-Weirdo gibt und dessen funky Basslines bisweilen an schlecht frisierte Achtziger-Stadtfestkapellenposer erinnern. Über die Guano Apes 2003 kann man sich noch nicht einmal richtig aufregen, stattdessen sind sie einem nur noch egal...

Bewertung: 5/12
Leserbewertung: 6.0/12

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