Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Quintus Berger

Lacuna Coil - Comalies

Comalies

Entgegen der allgemeinen Entwicklung innerhalb der Gothic-Metal-Szene bleiben die Italiener ihrem Sound treu und verfallen nicht den Verlockungen der Popcharts.
Sie gehörten nie zu den Härtesten unter den Düsterrockern, doch entgegen dem Trend, sich vom Metal immer mehr in Richtung purem Depeche Mode-Pop zu bewegen, machen die Mailänder dort weiter, wo sie 1998 mit ihrer titellosen Debüt-EP begannen und im letzten Jahr mit dem Zweitwerk "Unleashed Memories" aufhörten. Natürlich verwenden auch sie gern Sequencer (z.B. bei "Humane"), doch elektrische wie akustische Gitarren dominieren. Und der guten alten Doublebass-Drum hat das Sextett ebenfalls nicht abgeschworen, der Beweis ist das treibende "Daylight Dancer". Das für Lacuna Coils Verhältnisse fast schon rotzige "Self Deception" würde in dieser Form von den früher mit vergleichbaren Mitteln agierenden Theatre Of Tragedy heutzutage sicher nicht mehr aufgenommen werden. Noch immer spannend anzuhören (weil so perfekt gemacht) ist der kontrastreiche Wechselgesang von Düstermann Andrea Ferro und seinem bezaubernden Gegenpart Cristina Scabbia, sowohl bei den Hymnen ("Swamped", "Heaven’s A Lie") als auch den romantisch-melancholischen Momenten ("The Ghost Woman And The Hunter"). Ob das alles nun Treue zu den eigenen Wurzeln oder nur Angst vor der Weiterentwicklung ist, muss jeder Fan selbst entscheiden. Solange die Songs allerdings derart kraftvoll und frisch klingen, spricht das Meiste für die Italiener.

Bewertung: 7/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.