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Manifesto Jukebox - Remedy

Remedy

Ellbogen raus und das Herz ausgeschüttet: Manifesto Jukebox tummeln sich im oberen Mittelfeld der ‘Männer zeigen seine ruppigen Gefühle’-Liga.

Dass Manifesto Jukebox inzwischen auf dem renommierten und geschichtsträchtigen BYO’-Label veröffentlichen, darf durchaus als qualitativer Ritterschlag verstanden werden. Verdient hat das Trio aus Riihimäki, Finnland, die damit einher gehende größere Aufmerksamkeit allemal, denn für "Remedy“ kann man in der Tat mal wieder die Phrase von der internationalen Klasse auspacken. Der Sound sowie die roughe Art zu singen und Gesangslinien eher mit Kraft und Gewalt herauszupressen, denn wirklich treiben zu lassen, erinnert an Leatherface und Hot Water Music, ansonsten haben Jani, Jukka und Antti (übrigens kein Punkrock-Kampfname) mit Sicherheit und großen Augen in der Songwriting-Schule aufgepasst, als das Thema auf Hüsker Dü und Artverwandtes zu sprechen kam. Und auch textlich bringt die Band ihre sozialen Fragen überzeugend, durchdacht und unplatt rüber. Diese Beweisführung war auf jeden Fall lange fällig: In Finnland wird das Trinkwasser eben nicht nur mit Blödelpulver (Leningrad Cowboys, Eläkeläiset), Hans-Dampf (Waltari) oder Gothicsäure (Him, 69 Eyes) versetzt, sondern taugt auch dazu, ganz normale’ Bands aufzupäppeln - wenngleich Manifesto Jukebox in dieser Hinsicht vielleicht etwas zu viel abbekommen haben. Denn auch wenn die oben umrissene Fanzielgruppe „Remedy“ wohl überaus zu schätzen wissen wird - Spektakel geht anders, und die ein oder andere eigene Idee, die den Weg weg vom Pfad der Vorbilder führt, würde dem Profil langfristig nur guttun. Dennoch ist das Gesamturteil ein positives: Das Fundament ist gelegt, nun bleibt abzuwarten, was die Zukunft bringt.

Bewertung: 7/12

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