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0 Autor: Sascha Krüger

St. Etienne - Finisterre

Finisterre
  • VÖ: 07.10.2002
  • Label: Beggar`s Banquet/Connected
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 115

Pop, Pop, Pop and you don`t stop. Niemand ist schöngeistiger, niedlicher, naiver und gleichzeitig authentischer als Saint Etienne.
Nachdem ihr letztes Album "Sound Of Water" ein bisschen zu arg in kindlich blubbernde Sphärenwelten abgerutscht war, sind Saint Etienne jetzt wieder dort angekommen, wo sie am besten sind: Im Sixties-Pop, der auf aktuelle Elektronik- und Northern Soul-Ästhetik trifft. "Finisterre" ist ein Album wie das erste gemeinsam verbrachte Wochenende zweier Verliebter, die sich gegenseitig entdecken, erkunden und kennen lernen. Die Sounds, Streicher, Querflöten und runden Songarrangements perlen aus den Boxen, die Beats sind so präzise wie unaufdringlich, und Sarah Cracknells Stimme klingt noch immer wie die perfekt inszenierte naive Unschuld. Dabei besteht ihre größte Kunst darin, ihrer kompromisslos poppigen Popmusik eine Tiefe und Glaubwürdigkeit zu verleihen, dass man zu keiner Sekunde an Sellout, Ausverkauf und Plastikmusik denkt. Nein, das sind echte, hin und wieder ganz vorsichtig traurige und in ihrer gefälligen Herzlichkeit sehr außergewöhnliche Songs von einer Reinheit, wie sie sonst nur Engel mitbringen. Kurz: "Finisterre" ist die optimale Musik, um musikalisch ungebildete Monsterbräute davon zu überzeugen, dass es bemerkenswert Gutes abseits von Britney und Ricky Martin gibt. Eine schöne Platte für den ausklingenden Sommer.

Bewertung: 8/12

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