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0 Autor: Alexandra Brandt

Jon Spencer Blues Explosion - Plastic Fang

Plastic Fang

Kleine Prioritätenverschiebung bei der Blues Explosion: "Plastic Fang" rockt geradezu auffallend traditionell. Keine Schnörkel, nur drei Männer und der RocknRoll.
Die Medien waren Jon Spencer schon immer verhasst. Zu oft wurde er als Rekonstrukteur des Blues, RocknRoll-Rebell oder Vorreiter der skandinavischen Flammenrock-Bande gebrandmarkt. Als ob er betonen wollte, dass er keinerlei Neuerfindung im Sinn hat, knallt er uns nun ein klassisch groovendes Album vor den Latz. Ohne einen Ansatz von Fremdeinflüssen wirkt es wie ein einziges Statement, das besagt: "Ich habe das alles nicht nötig." Und ja, für Songs wie "The Midnight Creep", das Blues-durchtränkte "Down In The Beast" oder die Single "She Said" braucht man keine großen Worte - sie sind einfach gut. Aber noch etwas fällt auf: Im Gegensatz zu früheren Großtaten wie "Crypt-Style" ist der Schweiß- und Hormonfaktor auf "Plastic Fang" nicht ganz so ausgeprägt, hier gibt es weniger Sexgott, dafür mehr authentische Persönlichkeit. "Killer Wolf" singt er etwa mit abgehangener Gelassenheit und wirkt dabei dennoch intensiv. Auch "Tore Up & Broke" hat weniger mit Destruktion zu tun als mit der Essenz guten RocknRolls. Darin liegt schon genug Energie. Eine Energie, wie man sie etwa auch in einigen alten Rolling Stones-Stücken findet, ohne damit jetzt auf eine falsche Fährte locken zu wollen. Denn letztendlich ist auch diese Jon Spencer-Platte wieder viel cooler, als das alles hier klingen mag...

Leserbewertung: 9.0/12

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