Zur mobilen Seite wechseln
0

Wu-Tang Clan - Iron Flag

Iron Flag

Stagnation auf hohem Niveau? Zumindest überfordert einen das vierte Wu-Album nicht mit einem Übermaß revolutionärer Ideen.
Und da warens nur noch acht. Zumindest vorübergehend, denn Ol Dirty Bastard hat für die Aufnahmen dieses Albums offenbar keinen Freigang bekommen, womit diesmal eine der Schlüsselfiguren fehlt. Tatsächlich kommt "Iron Flag" eine Spur geradliniger daher, auf das normalerweise von ODB eingebrachte Wirr-Gefühl muss man weitgehend verzichten. Um so schwerer lastet damit das Gewicht der Verantwortung auf den Schultern von RZA und Method Man, die immerhin beide nicht patzen. RZA macht als Produzent natürlich wieder eine routiniert gute Figur, kramt ein bisschen tiefer in der Soul-Kiste, ohne sich dabei aber dem Mainstream anzubiedern. Und bei Method Man muss man sich sowieso keine Sorgen machen: mit der Stimme könnte er auch Packungsbeilagen von Medikamenten vorlesen. Die übrigen, eher farblosen MCs des Clans bekommen derweil Unterstützung von einer Handvoll Gäste: Flavor Flav brilliert mal wieder mit abenteuerlichen Reimen ("2002, representing the Wu"), Sängerin Madame D intoniert ihre Verse bei "Chrome Wheels" und "Babies" dafür um so leidenschaftlicher, was in diesem Kontext aber fast schon überzogen wirkt. Bei "Back In The Game" darf dann auch noch mal Altstar Ron Isley ran, ansonsten vertraut der Clan vor allem aufs eigene Können, das ja mittlerweile auch unbestritten ist. Insofern kann man auch nicht gerade von einer Enttäuschung reden, alles in allem kann aber auch "Iron Flag" nicht über die kreative Flaute hinweg täuschen, die in HipHop-Kreisen derzeit den Ton bestimmt. Und ob "Iron Flag" einen Überraschungshit der Marke "Gravel Pit" hergibt, darf man wohl auch anzweifeln.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 9.0/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.