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0 Autor: Sascha Krüger

Favez - (From Lausanne, Switzerland)

(From Lausanne, Switzerland)

Favez` Neue geriert sich brachial und anschmiegsam, laut und schön, verstörend und versöhnlich. Gentlemen, start your amplifiers!
Favez nehmen uns im Sturm. Gewaltig bersten die Gitarren aus den Boxen, massiv donnert das Schlagzeug, und der Gesang ist so flehend und intensiv, als ob es um ihre Seele ginge. Emocore also? Aber nein, nicht wirklich. Schon eher Noiserock mit Popharmonien. Genau diese Gegensätze sind es, die das Besondere dieser Platte ausmachen. Denn das Quartett aus Lausanne spielt versierter denn je mit den Elementen, die sie schon immer auszeichneten. Da kontrastieren geschickt lancierte Disharmonien und pure Schönheit der Komposition. Da stehen sich verträumt gezupfte Gitarrenpickings und wüstes Noise-Geschrammel gegenüber. Da korrespondieren brüchige Rhythmen und dichte Arrangements, als ob es das Normalste von der Welt wäre. Beatles versus Fugazi, Jimmy Eat World contra Scumbucket. Eingespielt wurden die zwölf Songs in New York in der zweiten Septemberhälfte des letzten Jahres, also nur Tage nach dem Terrorangriff. Ob die Intensität und Desillusionierung des Moments einen direkten Einfluss auf die Aufnahmen hatte, lässt sich nur vermuten, scheint aber doch naheliegend. "(From Lausanne, Switzerland)" wirkt, als wollten sie mit ihren komplexen, nach manischer Melancholie und unerfülltem Verlangen klingenden Songs gegen die Katastrophe aufbegehren, sie sozusagen in Grund und Boden spielen.

Leserbewertung: 11.5/12

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