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0 Autor: Armin Linder

Graham Coxon - Crow Sit On Blood Tree

Crow Sit On Blood Tree

Der Blur-Gitarrist backt weiterhin kleine Brötchen, an denen sich der Hörer die Zähne ausbeißt.

Nach seinem schräg-akustischen Solodebüt "The Sky Is High" sowie "The Golden D", einer lärmigen Post-Punk-Orgie, finden sich auf Graham Coxons drittem Soloausflug beide Extreme wieder. Oft klampft der Blur-Gitarrist minutenlang gedankenverloren vor sich hin, nölt dazu, als ob er sein Plektrum verschluckt hätte, um es plötzlich auszuspeien und mit einer wütenden Noise-Eruption zu zerfetzen. Songs wie "Big Bird" rumpeln und jaulen, als hätte der Brite sie spät nachts in der Besenkammer aufgenommen und sich beim beherzten Tritt auf den Schrubber den Fuß verstaucht. Dass "Crow Sit On Blood Tree" in gerade mal zwei Wochen eingespielt wurde und Coxon in erster Linie zur Bewältigung seiner Lebenskrise diente, merkt man nicht nur den bitterbösen Lyrics an. Wohlklang wie auf dem finalen "A Place For Grief" bleibt daher die Ausnahme, die Regel sind Aufrufe zur Brandstiftung ("Burn It Down") und Zeilen wie "Life's hollow and absurd" ("Empty Word"). Auf "Thank God For The Rain" scheint Coxon wie ein Wilder ums Lagerfeuer zu hüpfen - in der steten Hoffnung, der nächste Regenschauer möge allen Abschaum hinfortspülen und seinen Kopf fürs nächste Blur-Album von den Selbstzweifeln freischwemmen.

Leserbewertung: 7.0/12

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