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0 Autor: Martin Iordanidis

Kreator - Violent Revolution

Violent Revolution

Kreator schließen ihre musikalische Sozialisation ab - in Frieden und mit beeindruckenden Resultaten.
Bedeutet Revolution Evolution, nur eben anders herum? Kreator machen mit dem zehnten Album ihre bisherige Vergangenheit zur musikalischen Referenz und haben ein verdammt glückliches Händchen beim Abschöpfen des Rahmes aus 16 Jahren harten Metals bewiesen. Das Ergebnis könnte selbst denen als verspätete künstlerische Rechtfertigung dienen, die in breiteren stilistischen Spektren von Vorgängeralben wie "Outcast" und vor allem "Endorama" den Verrat am Metal überhaupt witterten. Tatsache ist nämlich, dass "Violent Revolution" hörbar von all diesen Ausflügen profitiert und Kreators vielseitigstes Album seit Jahren geworden ist. Lehnt sich "Ghetto War" an den Industrialtouch des 97er "Outcast" an, erinnern die morbiden Vibes der Tracks "Replicas Of Life" und "System Decay" an Kreators wohl kontroverseste Experimente mit dem Dark Wave. Hinzu kommt ein extrem cremiger Einfluss klassischen Rock’n’Rolls auf "Violent Revolution", für den vor allem die Soli des Neuzuganges Sami (Ex-Waltari, Ex-In Rags) verantwortlich sein dürften. Dass bei all dem die Achtziger nicht fehlen dürfen, ist selbstredend. Schepperte früher ein Hochgeschwindigkeits-Track wie "All Of The Same Blood" als straighter Taka-Taka-Thrash durch ein Kreator-Album, würzt man das Ganze heute mit ein paar schönen Hooks aus zweistimmigen Gitarren. Habe ich das letzte Mal bei Bay Area-Thrashern wie Heathen gehört und klingt im Ruhrgebiet mindestens genauso gut.

Bewertung: 9/12

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