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The (International) Noise Conspiracy - A New Morning, Changing Weather

A New Morning, Changing Weather
  • VÖ: 15.10.2001
  • Label: Burning Heart/Connected
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 104

Die meisten Skandinavien-Rock’n’Roller haben es einfacher: Entweder sie werden geliebt, oder eben einfach nicht weiter beachtet.
Bei The (International) Noise Conspiracy ist es ein bisschen anders. Mancher liebt sie mehr als z.B. so coole Party-Dudes wie The Hives, weil sie sich kritisch mit Themen wie der Globalisierung auseinander setzen und im Booklet Links zu marxistisch denkenden und sonst wie gegen das Establishment agierenden Menschen abdrucken. Manch anderer verachtet sie genau deswegen, weil er die politische Attitüde lediglich für eine aufgesetzte Pose hält. Und dem Sound der Band lässt sich natürlich auch ohne Probleme mangelnde Weiterentwicklung vorwerfen. Musikalisch sind sie eben unverwüstlich und verlässlich - oder auch berechenbar. Der hip swingende Groove wird nur marginal variiert, was ihn unverwechselbar macht - oder auch langweilig. „Hey, hey, hey" lautet der Schlachtruf der Noise Conspiracy-Revolution, und genauso nichtssagend wie allumfassend ist halt auch das Manifest dieser Bewegung: Rock’n’Roll kann Leben retten. Und es ist verdammt cooler Rock’n’Roll mit viel Drive, vorgetragen von einer Band, die zwar nicht durchgestylt wirkt, aber doch ein Händchen für durchdachtes Outfit an den Tag legt. Ist das jetzt in Verbindung mit offensiv zur Schau gestelltem politischen Bewusstsein automatisch verdächtig? Vielleicht. Diese Band bietet viel Angriffsfläche, ist aber deshalb noch lange kein Fake. Und wer sich auf keine inhaltlichen Diskussionen einlassen möchte, darf sich auch gerne mit der musikalischen Hülle zufrieden geben. Refused-Fans mögen weiterhin den alten Zeiten nachtrauern, doch wer schon mit dem ersten T(I)NC-Album glücklich wurde, wird auch an „A New Morning, Changing Weather" Gefallen finden. Die dank Videoplay bereits recht bekannte Single-Highlight „Capitalism Stole My Virginity" ist absolut repräsentativ für das Album. Insofern: Love it or leave it.

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